Madagaskar Tag 21: Stacheln, Smartphones und das Meer



madagascar_0713-08303413.07.2016

Frühstück mit WLAN. Also ICH frühstücke zumindest in Ruhe und genieße Kaffee, Bananen, Rührei und Marmeladen-Brötchen. Die anderen Drei sitzen über den Tisch gebeugt und wischen

Mit den Fingern auf dem Smartphone herum. Mein Frühstücksei war noch schön warm. Auch wenn ich mir die anderen Gäste im Restaurant anschaue, sehe ich eine ähnliche Situation: Die Finger wischen auf dem Smartphone herum. Die einzige Kommunikation scheint sich auf das gegenseitige Zeigen des Bildschirminhalts zu sein. Die schöne digitale Welt..

Aber nach dem Frühstück geht es los in Richtung Westen nach Tolaria an die Küste. Wir durchfahren das Isalu-Gebirge und sind noch mehr beindruckt als am Vortag. Im Minutentakt wechselt die Szenerie. Die Gesteinsformationen sind eindrucksvoll. Mal sehen wir spitze Felsen, mal ausgewaschene Kegel. Und direkt hinter der Felslandschaft schließt sich eine weite Graslandschaft mit vereinzelten Palmen an.

Die nächste kleine Stadt hat seinen kleinen Reichtum durch Edelsteinschürfer erhalten, da vor einigen Jahren Edelsteine gefunden wurden. Wir sehen wie ganze Familien, Mann und Frau und auch die Kinder, mit dem Schürfen beschäftigt sind.

Und wenige Minuten später geht es durch weites Grasland, allerdings jetzt ohne auch nur einen einzigen Baum. Nur der Horizont in weiter Ferne ist zu sehen. Auf dem Weg nach Westen durchfahren wir ein Dorf welches nur aus Rum-Brennereien besteht. Die Jungs an der Strasse wollen unsere leeren Plastikflaschen haben um den Rum abzufüllen. Auch das ist Recycling.

Und schon wieder ändert sich die Landschaft: Wir sind in der „Spiny Desert“, der „Stachelwüste“. Soweit das Auge schauen kann nur Stacheln! Stachelige Büsche, Kakteen oder auch kleine stachelige Bäume. Jede Pflanze die hier wächst hat Stacheln. Und in weiter ferne ist bereits das Meer zu sehen: Der Kanal von Mosambik, der Madagaskar vom afrikanischen Kontinent trennt.

Unser Guide Fuarisko erhält einen Anruf, dass seine Frau bei einem Unfall mit einem Taxi-Bousse hatte und in eine Klinik gebracht wurde. Bei dem Unfall sind sechs Menschen ums leben gekommen. Fuarisko versucht nun aus der Ferne seiner Frau zu Helfen. Bis er bei ihr sein kann dauert es noch mindestens 3-4 Tage. Es gibt keine Flüge mehr in den Norden der Insel und die Fahrt mit dem Auto dauert einige Tage auf diesen schlechten Strassen. Wir hoffen mit ihm, dass alles gut geht.

In Tolinar angekommen geht es erst einmal zum Mittagessen und weil wir am Meer sind tauschen wir heute mal das Zebu-Steak gegen einen gebratenen Fisch aus. Endlich mal wieder etwas anderes und dazu auch noch ziemlich lecker. Unser Hotel ist nur wenige Minuten entfernt und nach dem Checkin machen wir gleich einen Spaziergang zum Strand. Aber leider ist das Wasser verschwunden: Ebbe. Naja, dann müssen halt ein paar Souvenirs gekauft werden. Und wenn hier gerade eine Cocktail-Bar ist, dann können wir uns zum Ende unserer Tour auch einen leckeren Cocktail gönnen. Ach, wie war das gleich mit Eis im Getränk in Entwicklungsländern? Das sollte man tunlichst vermeiden. Zu spät! Aber in dem Cocktail ist so viel Rum, dass, dass jedes Bakterium ziemlich schnell betrunken wäre.

Am Abend besprechen wir noch mit unserem Guide Fuarisko, der uns die gesamte Tour begleitet hat unsere Reise. Welche Landschaften, welche Gesteine, welche Tiere und Pflanzen haben wir gesehen und natürlich auch über die Menschen auf Madagaskar. Ein tolles und ausführliches Resumee unserer Reise.