Scotland-Diary: Durch den Urwald auf den Gipfel (28.05.’14)



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Der Morgen startet mit einem Porrige mit einem Schuss Whiskey. Wie wir es vor ein paar Tagen gelernt haben 🙂 Gekocht wird vor dem Auto. Gegessen wird im Auto. Denn es regnet und außerdem sind heute morgen die Migdes, also diese schrecklichen kleinen Beiß-Fliegen ziemlich hungrig und gehen auf uns los. Nach dem Frühstück machen wir uns auf dem Weg zum Ben Lomond. Unser Weg führt uns von unserem Zeltplatz erst am Ufer entlang und zweigt dann nach Links ab einen Hügel hinauf. Die Vegetation ist unheimlich vielfältig: zwischen den Eichen wachsen viele Farne und Blumen. Die Vögel zwitschern und ab und zu geht es über ein kleines Bächlein. Das hat Urwald-Charakter. Wir kreutzen kurz die Straße, eigentlich nur ein Feldweg, und es geht durch einen Wald langsam den Berg hinauf über viele Steinstufen. Später lichtet sich der Wald zu einer weiten Grasfläche. Und es geht weiter bergauf. In weiter Ferne vor uns können wir einige andere Wanderer entdecken. Als wir den ersten kleineren Gipfel erreichen pustet uns ein starker Wind von Osten fast vom Weg. Der Pfad führt jetzt auf einer offenen Grasfläche weiter nach oben und der Wind wird immer stärker. Wir werden fast weggeweht. Aber auf dem Gipfel selbst ist es fast Windstill. Und die Sicht wieder nur einige Meter weit. Es herrscht wieder Nebel. Aber das sind wir ja von unseren letzten Gipfeln gewöhnt. Unser Abstieg führt uns auf der Westseite des Berges wieder bergab. Jetzt können wir auch die Aussicht genießen. Die Sicht geht über viele Berge hinweg in den Norden, im Osten kommt dazu noch in einem großen Tal eine weite Sumpflandschaft und im Westen erstreckt sich weit aus dem Süden kommend und bis weit in den Norden hinein der Loch Lomond mit seinen vielen Inseln. Der Weg führt wieder über grasige Hügel und kleine Moorflächen in denen der Weg mit großen Steinen markiert ist: Steine hüpfen ist angesagt. Hier ist es nicht mehr so windig denn die Ostflanke des Ben Lomond bietet einen guten Windschutz. Unter uns liegt der große See. Eine wunderschöne Aussicht bietet sich uns.  Wir machen mehrere Pausen auf Blumenfeldern und auf sonnigen Grasflächen. Unten am Loch kehren wir erstmal in einer Hotel-Bar zum essen ein: es gibt Steak Pie und Sheppards Pie. Genau das richtige nach unser ca 20km Wanderung mit fast 1000m Höhenunterschied.
Nach einem letzten erfrischenden Bad im See packen wir unsere Rucksäcke für den morgigen Abflug. Die Mitshes fliegen erbitterte Angriffe gegen uns. Wir sind überseht mit den unzähligen Bissen.
Der Zeltplatz in Sallochy ist so wunderschön gelegen mit den einzelnen Zeltplätzen zwischen den Eichen direkt am Wasser, aber die Mücken bzw Fliegen sind ziemlich aggressiv.
Am nächsten Morgen geht es wieder Heimwärts. Wir packen den Rest unserer Sachen und verabschieden uns von Schottland. Schön war die Zeit und wundervoll war die Landschaft. Nur zwei Flugstunden von Berlin entfernt lohnt sich ein Wiedersehen.