Madagaskar Tag 5: Ich bin dann mal Offroad



Madagascar_0627-15184227.06.2016

Als die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont im Osten erscheinen,  leuchten die Berge um den See Lac Itasy bräunlich-rot über dem Wasser. Durch die Dörfer, die noch im Schatten liegen ziehen Nebelschwaden. Die Hühner gackern und natürlich kräht der Hahn. Die Fischer fahren mit ihren Booten auf den See und die ersten Bauern sind auf den Feldern unterwegs. Zeit für ein Frühstück.

In Ampefy machen wir noch einen Halt auf dem lokalen Markt. Bauern verkaufen ihre frischen Waren direkt auf der Straße.

Während unser Guide und unser Fahrer Lebensmittel für die nächsten Tage kaufen, ziehen wir alleine über den Markt und kaufen noch Batterien, Nüsse und Schokolade. Ich könnte stundenlang dem Trubel auf der Straße zusehen. Und da ich an den frischen Früchten nicht einfach vorbeigehen kann kaufe ich mir ein paar Mandarinen und Bananen. Diese Bananen sind viel kleiner als die europäischen Bananen. Sie haben eher die Größe von Kochbananen. Und sie schmecken unheimlich gut. Ich hab keine Ahnung warum diese wundervollen Früchte nicht in Europa zu haben sind.

Auch die Anderen unserer kleinen Gruppe kaufen noch ein bisschen ein. Nur unsere waffenbefürwortende Amerikanerin hat sich ihren Rucksack und Kamera dicht an den Körper geschnallt. Auch eine Art den Menschen zu zeigen,  dass man ihnen nicht vertraut. Und außerdem zeigt man so auch demonstrativ wo die Wertsachen zu finden sind 🙂

Das Handeln mit den Einheimischen macht Spaß und ich stelle fest,  dass die Madagassen scheinbar genauso wenig französisch sprechen wie ich.  Es ist halt schon ein paar Tage her,  dass ich in der Schule für einige Jahre Französischunterricht hatte und scheinbar auch nicht ausreichend aufgepasst habe.

Nachdem unser Proviant für die nächsten Tage verstaut ist machen wir uns auf den Weg nach Westen. Direkt hinter Ampefy beginnt eine hügelige Savanne. Die Landschaft ist wunderschön.  Wir durchqueren kleine Dörfer und sehen Zebu-Herden grasen.

Der Verkehr halt sich in Grenzen.  Nur vereinzelt sehen wir ein paar Kleinbusse und Lkws.  Viel häufiger sind Fahrräder auf der Straße unterwegs.

Nach einiger Zeit biegen irgendwo von der geteerten Straße auf einen Feldweg ab. Nein,  eigentlich ist es kein Feldweg. Eigentlich sind es nur Fahrspuren die quer durch die Savanne führen. Wir durchfahren abgelegene Dörfer und uns begegnen immer wieder Fußgänger und andere Geländewagen. Aber zu unserem Erstaunen fahren hier auch „normale“ Autos. Also alte Renaults aus den 70ern. Auf der Straße sind auch viele alte Rundhauber unterwegs. Das sind alte Mercedes-LKWs der Modell-Reihe 911.

Zum Mittagessen gibt es ein kleines Picknick an der Straße. Und weiter geht’s auf immer schlechter werdenden Wegen. Nach einigen Stunden erreichen wir eine Mandarinen-Plantage und kaufen direkt aus dem Auto heraus einige frische Mandarinen. Lecker! Und die Kinder aus dem Dorf sind total aus dem Häuscen. Für sie sind wir eine Attraktion. Hier kommen nicht viele Touristen vorbei.

Nach dem Mandarinen-Dorf wird der Weg noch unwegsamer. Es gibt keine Brücken mehr und wir fahren direkt durch die Bäche. An einigen Stellen ist es so steil, dass wir besser aussteigen und zu Fuss gehen um das Gewicht unseres Autos zu verlagern.

Gegen 16Uhr erreichen wir endlich unseren Zeltplatz. Auf einem kleinen Hügel warten bereits unsere Träger auf uns. Wir campen bei einer kleinen Farm mit zwei Schweinen, einem Hahn, drei Hennen und einigen kleinen Küken.

Um 18uhr ist es dunkel und langsame erscheinen immer mehr Sterne über uns.  Vor dem Abendessen, und während für uns gekocht wird, genießen wir einen Cocktail aus Ingwer und Rum. Und der Sternenhimmel über uns ist WOW!  Zum Abendessen gibt es Zebu-Gulasch und Reis. Die nächste Stadt ist viele Kilometer entfernt und deshalb stört uns kein Licht der Zivilisation um den Nachthimmel zu beobachten. Wir sind auf der Süd-Halbkugel unseres Planeten und sehen somit ganz andere Planeten und Sterne als auf der Nordseite.  Unsere Milchstraße ist wundervoll mit bloßem Auge zu sehen.

Beim Essen erzählt mit Kat von ihrer Tour. Sie ist selbstständige Grafikdesignerin und hat vor über einem Jahr begonnen einen Traum zu leben: ein Jahr Afrika! Seit November 2015 reist sie über den Kontinent.

Ich muss unbedingt mit dem Lotto spielen anfangen. Und gewinnen.

Schlafen geht es heute um 20:30Uhr