Madagaskar Tag 18: Mit blutiger Nase über den Wolken



madagascar_0710-10492610.07.2016

Heute ist ausschlafen angesagt, denn unsere Wanderung startet erst um 8.30Uhr. Ich werde aber trotzdem von meinem Handy geweckt, denn das Display ist zwar gebrochen und ich kann es nicht mehr bedienen, aber die Uhr funktioniert weiterhin und pünktlich um 6.30Uhr klingelt der Wecker. Und im gleichen Moment kräht draußen auch der Hahn. Wer hat jetzt hier wen geweckt?

Die Sonne kommt langsam hinter den Wolken hervor und wärmt mich auf, während ich vor meinem Zelt sitze und den fantastischen Ausblick genieße. Im Tal unter mir sehe ich Grasland, Terassenfelder und über allem trohnt das felsige Gebirge. WOW! Was für ein Sonntag morgen!

Wir sind auf unserer Wanderung auch nur zu zweit: Claudia macht heute Pause und Norbert ist am Vorabend auf dem Weg zum Zelt gestolpert und hat sich den Fuß verletzt. Er fällt heute auch aus. Also ziehen nur Kat und ich gemeinsam mit einem lokalen Führer auf eine etwa 15km Wanderung. Es geht auch gleich steil bergauf. Einige Pflanzen blühen sogar. Nach einigen Büschen und Gestrüpp wird es felsiger und wir haben eine tolle Aussicht auf die beiden Wasserfälle und das Tal unter uns. Hier liegen einige interessante und riesige Felsbrocken herum. Auf unserem Wer begegnen uns immer wieder Einheimische auf dem Weg von einem Dorf ins Andere. Die meisten von ihnen sind barfuß unterwegs.

Nach einem Pass in etwa 2600m Höhe können wir von oben auf die Wolken im Tal auf der anderen Seite hinabschauen. WOW! Wir sind auf einem Hochplateau unterwegs und genießen das Schauspiel der Wolken unter uns während wir später unser Lunch-Paket verputzen. Die Felsen sind ausgewaschen und teilweise glitschig. Als es wieder bergab geht spüre ich wieder meine rechte Wade. Das ist die Wade mit dem gerade verheilten Muskelfaserriss. Während wir ein weiteres Hochplateau mit zwei kleinen Flüssen durchqueren schmerzt meine Wade immer mehr. Das ist nicht gut. Ich humpel immer langsamer den Weg bergab. Aber auch das ist ziemlich anstrengend. Nach einem steilen Abschnitt durch dichten Wald geht es nur noch über eine Holzbrücke. In wenigen Minuten werden wird wieder unser Camp erreicht haben. Nachdem ich auf der Brücke noch ein paar Fotos geschossen wische ich mit meiner Hand über meine Nase und alles ist rot. Nasenbluten! Ganz plötzlich und dazu noch ziemlich heftig. Erst nach etwa 20min ist die Blutung soweit gestoppt, dass ich weiter zum Camp gehen kann. Den Abend verbringe ich dann mit einer Familienpackung Taschentücher, denn erst nach zwei Stunden ist das Nasenbluten endgültig vorbei. Vermutlich wirkt sich die Erkältung der letzten Tage gemeinsam mit der Höhenluft in mehr als 2500m Höhe nicht gerade positiv auf so ein Nasenbluten aus. Heute ist dann wohl „Red-Nose-Day“ 🙂