Madagaskar Tag 16: In die grüne Hölle….



madagascar_0708-112103-208.07.2016

Jetzt hab‘ ich endlich ein kleines Buch in dem ich meine Notizen aufschreiben kann. Einfach nur lose Zettel zu nutzen führt bei mir bestimmt ins Chaos. Ich habe das kleine Schreibheft für die Schule in einem kleinen Shop in Ranomafana gekauft.

Heute morgen geht es um 8.00Uhr in den Park, also direkt in den Regenwald. Unsere Gruppe wird von einem lokalen Guide und einem Spotter (Erkunder) der Parkverwaltung begleitet.

Es ist sehr sehr feucht und kühl. Und es ist überall grün. Unser erstes seltsames Subjekt entdeckt unser Guide bereits nach wenigen Minuten: ein vertrocknetes Blatt. Dafür halten wir es zumindest. Aber bei genauem Hinsehen hat das Blatt zwei Augen und hängt zwischen zwei Ästen. Ein getarnter Gecko. WOW!

Und wenige Meter später staunen wir schon wieder: ein winzig kleines Chamäleon auf einem kleinen Ast. Der kleine Winzling ist kaum zu erkennen.

Es geht weiter hinein in den Regenwald über einen wilden Fluss. Unser Guide Fuarisco hat sich heute übrigens richtig warm angezogen: zwei Jacken, Wollmütze und Handschuhe. Er ist in einer wärmeren Gegend Madagaskars aufgewachsen.

Um uns herum ist es dicht an dicht grün bewachsen und es wuchert überall. Verschiedene Bäume, Große und Kleine, Farne und Moose überall. Von den Bäumen hängen Lianen und andere Pflanzen herab. An einigen Stellen können wir nur wenige Meter in das grüne Dickicht hineinschauen. Wir streifen auf matschigen und rutschigen Wegen durch den Regenwald. An einigen Stellen schaffen ein paar Sonnenstrahlen das grüne Blätterdach zu durchbrechen. Ein wunderschönes Spiel aus Licht und Schatten.

Unser Spotter ist bereits voraus gelaufen. Und dann ein Anruf unseres Spotters bei unserem Guide: „Lemuren gesichtet!“ Ach wie praktisch kann Handyempfang im Regenwald sein. Wir machen uns auf den Weg. Teilweise geht es quer durch das Dickicht vorbei an Schlingpflanzen und Bambus. Und dann sehen wir ihn auch schon: einen kleinen Bambus-Lemur beim Frühstück. Er knabbert an einer Bambus-Stange herum. Ziemlich knuddelig wie er dort oben im Baum sietzt.

Auch einige endemische Vögel bekommen wir zu sehen. Endemisch bedeutet, dass diese Art nur hier auf Madagaskar vorkommt. Wir sehen auch einige Lemuren, die nur in diesem Park zu Hause sind und dem Aussterben nahe. Die Lemuren sind gar nicht so leicht zu fotografieren, wenn sie nicht gerade fressen oder in der Sonne tanken, denn sie springen blitzschnell wie Affen von Baum zu Baum.

Unsere Amerikanerin Claudia hat es mal wieder mit dem Magen. Das hat wohl dieses mal mit dem Mittagessen im gestrigen miserablen Restaurant zu tun. Aber ohne Energiezufuhr geht es nunmal nicht vorwärts. Das merkt man heute bei unserem 6-stüündigen Spaziergang besonders. Und unser Kiwi-Girl Kat schlittert mit Turnschuhen ohne vernünftiges Profil durch den Matsch. Gute Schuhe sind schon etwas Tolles. 🙂

Am Nachmittag streife ich noch durch das Dorf und gehe Shoppen: ein kleines Schulheft als Tagebuch, da mein Smartphone nach einem Sturz nicht mehr funktioniert. Und ein paar frische Erdnüsse und Espresso aus der Dose.