Reise nach Jerusalem (Tag 6): „Sind das Minenfelder?“



06-16275906.10.2016

Nach dem Frühstück brechen wir wieder auf nach Süden.  Wir wollen nach Masada im Süden des Toten Meeres.  Ein Teil der Strecke führt durch habe die Westbank also durch Palästina. Da es ja nur in Richtung Süden geht, fahren wir heute mal ohne Navi.  Und prompt wundern wir uns,  dass die Grenzanlagen so früh erscheinen. Rechts und Links Minenfelder! Wir sind falsch abgebogen und stehen vor der jordanischen Grenze. Ups. Aber 20min später führt uns die Strasse vorbei an Plantagen über die Linie, denn eine Grenze ist es nicht wirklich,  zu Palästina. Die Westbank.  Auf der Strecke liegt auch die älteste Stadt der Welt: Jericho. Wir würden gerne dort einen Halt machen,  aber dazu müssten wir weiter hinein in die palästinensischen Autonomiegebiete fahren. Das ist mit einem israelischen Kennzeichen nicht die beste Idee hat uns der Autoverleiher erzählt.  Die Landschaft wird immer trockener und trotzdem sehen wir immer wieder grüne Plantagen. Die Straße ist gut befahrbar, aber es liegt eine Menge Müll am Strassenrand. Einige Minuten später steht auf einem Hügel ein Flakgeschütz. Verrückt. Es geht immer weiter durch die Wüste nach Süden. Und dann sehen wir das Tote Meer.  Es liegt tiefblau von uns. Wir sind am tiefsten Punkt der Erdoberfläche.  Nach einiger Zeit kommen wir an einen Checkpoint an dem uns die jungen Soldaten nach unserem Ziel fragen: Masada. Und schon werden wir durchgewunken. Unser Thermometer zeigt eine Außentemperatur von 34Grad an.

Unser nächster Halt ist der Naturpark „En Gedi“ am Toten Meer. Durch ein schmales Tal wandern wir an einem kleinen Bachlauf entlang. Eine kleine grüne Oase mitten in der Wüste. Immer wieder treffen wir auf kleine Wasserfälle während es steile Treppenabschnitte weiter aufwärts geht. Nach dem letzten Wasserfall,  dem „David Fall“, gehen wir noch etwas weiter bergauf und genießen die tolle Aussicht auf das Tote Meer,  das einige hundert Meter unter uns blau in der Mittagssonne funkelt. Nach unserem Abstieg checken wir schnell in unserem Hostel direkt unterhalb der Festung Masada ein und fahren noch ein Stück mit dem Auto weiter nach „En Bokhet“. Hier gibt es einen öffentlichen Strand am Toten Meer. Einige der anderen öffentlichen Strände an denen wir bisher vorbeikamen sind geschlossen, da der extrem schnell sinkende Wasserspiegel des Toten Meeres zu starken Einbrüchen am Ufer gesorgt hat. Das betreten dieser Gebiete heißt Lebensgefahr!

Aber an diesem Strand in der kleinen Touristenstadt besteht da keine Gefahr. Ich lege mich ins Wasser und schwebe wie auf einer Wolke. Selbst in den tiefen Bereichen kann ich stehen ohne mit den Füßen auf den Grund zu kommen. Was für ein Spaß! Und das Wasser ist ziemlich salzig: die Nordsee hat einen Salzgehalt von etwa 3,5%. Im Toten Meer sind es 35%!

Heute Abend heißt es früh ins Bett: morgen früh um 5:30Uhr wollen wir die alte Festung Masada erstürmen.