Israel

Reise nach Jerusalem (Tag 1 & 2): Ankommen geht leichter als Abreisen

Israel01.10.2016

Es geht los. Es ist kurz nach 19Uhr und ich sitze am Gate A10 und warte auf den Abflug meines Fliegers über Zürich nach Tel Aviv in Israel.

Ich möchte in den nächsten zwei Wochen Israel, Palästina und Jordanien entdecken. Die Idee dazu entstand erst vor wenigen Wochen im Gespräch mit einer Freundin,  die öfter mal in Israel ist. Leider kann sie selbst nicht mitkommen.  So bin ich dieses mal alleine unterwegs. Ich habe mir in den letzten Tagen eine grobe Tour zusammengestellt und bereits ein paar Hostels reserviert.

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Warum gerade Israel? Wenn man sich ein wenig mit diesem Land beschäftigt ist es doch faszinierend was in diesem von der Fläche her doch kleinen Land alles geschieht und in der Geschichte bereits geschehen ist. Israel ist nur halb so groß wie die Schweiz. Israel ist die Heimat der drei großen Weltreligionen und viele Städte und Landstriche sind aus der Bibel bekannt. Und dann ist da natürlich auch die aktuelle politische Lage: die Konfrontationen zwischen Israelis und Palästinensern, zwischen Juden und Moslems. Und gleichzeitig aber auch das friedliche Miteinander ebendieser. Ich bin gespannt was mich erwartet.

Es ist 19:30 Uhr und ich höre die Durchsage,  dass mein Flug mit etwa 45min Verspätung starten wird. Na Super! Da ich nur eine Stunde Aufenthalt in Zürich habe,  wird das ziemlich knapp. Och nö! Nicht schön wieder. Als ich vor ein paar Monaten nach Madagaskar geflogen bin hat mich das Chaos mit Flugverspätungen einen ganzen Tag gekostet. Die Reise wird mal wieder spannend bevor es eigentlich losgeht.

Und dann geht es endlich verspätet los. Ich sitze im Flugzeug neben einem Techno-DJ der Band „Die drei Räume“. Wir unterhalten uns während des gesamten Fluges über seine Arbeit als DJ und meine als Fotograf. Ralf hat in den 90igern in Berlin seine Karriere startet und hat mittlerweile in vielen Ländern aufgelegt. Er erzählt mir, dass er auch vor ein paar Jahren in Tel Aviv in einem Club aufgelegt hat. Anschließend hat es noch für 15 Minuten Strand gereicht und dann ging auch schon der Flieger zum nächsten Auftritt.

Als ich in Zürich aus dem Flugzeug steige ist es 22:40Uhr und eigentlich sollte nun mein Flugzeug nach Tel Aviv starten. Ich werde an der Kabinentür mit vier weiteren Passagieren erwartet und es gibt einen schnellen Spaziergang über das Flugfeld zur Passkontrolle. Extra für uns. Und dann ab in den Minibus und durch die Katakomben des Flughafens zu unserem Flugzeug nach Tel Aviv.  Wir sind definitiv die Letzten.

 

02.10.2016

Die Landung ist pünktlich um 3:30Uhr. Und um 4:00Uhr stehe ich am Schalter mit dem Namen „Lost & Found“. Da war mein Gepäck scheinbar nicht so schnell wie ich im Flugzeug.

Etwa eine Stunde später sitze ich am Bahnhof und warte auf den Zug um 5:28Uhr der mich in die Innenstadt bringt. Ohne mein Gepäck. Das kommt hoffentlich so schnell wie möglich hinterher.  An der ersten Haltestelle in der City steige ich aus und laufe den Rest zu Fuß. Etwa eine halbe Stunde Fußweg liegt vor mir durch das gerade erwachende Tel Aviv.

Da die Rezeption im Hotel noch nicht besetzt ist schlendere ich über den kleinen Flohmarkt der hier bereits um 6.30Uhr gut besucht ist. Und es gibt erst einmal einen Kaffee! Das wird auch nötig, da ich nun fast 24 Stunden auf den Beinen bin.

Im Hostel teile ich mir ein Zimmer mit zwei jungen Deutschen, die auch auf eigene Faust Israel erkunden wollen. Nach einem kleinen Frühstück nehme ich mir noch ein Stündchen schlaf. Mehr geht nicht,  denn es ist ziemlich warm. Das Thermometer zeigt 36Grad an. Heiß!

Ich besorge mir noch eine israelische SIM-Karte für mein Handy, da ich dieses mal nicht komplett offline sein werde,  sondern mein Handy zum navigieren nutzen möchte: 5GB Daten und eine Flatrate auf SMS und Telefongespräche für 100 Schekel. Das sind etwa 23Euro. Ein Eis und einen leckeren Cappuccino genieße ich dann am Strand während die Brandung des Mittelmeeres rauscht. Auf der linken liegt Jaffa mit seiner Altstadt und auf meiner rechten sehe ich das moderne Tel Aviv mit seinen hohen weißen Hochhäusern und dazwischen der weiße Sandstrand.

Nach einer kleinen Kaffeepause mit Meerblick nehme ich an einer Stadtführung teil. Es geht durch die Altstadt von Jaffa mit seinem Hafen und den kleinen Gassen. Dabei lerne ich Rose und Stefan kennen. Stefan kommt aus Trier und Rose aus Leipzig. Beide sind auch auf eigene Faust in Israel unterwegs. Die Chemie passt und so verbringen wir auch den Rest des Tages miteinander.

Bevor wir dann zu Dritt zum Abendessen gehen, checke ich im Hostel ob mittlerweile mein Rucksack angekommen ist. Leider ist das nicht der Fall. Das ist schlecht. Denn heute Abend mit Beginn des Sonnenuntergangs startet das jüdische Neujahrsfest über zwei Tage. Diese Feiertage beginnen mit der Abenddämmerung und dauern bis zur Abenddämmerung des nächsten Tages. Beim Neujahrsfest sind es sogar zwei Tage. Und wenn in Israel Feiertag ist, dann bedeutet dass, dass der öffentliche Nahverkehr nicht stattfindet und die Geschäfte geschlossen haben. Das ist auch jetzt der Fall, als ich mich auf die Suche nach einem Shop mache um zumindest für die nächsten Tage noch Duschgel, Zahnpasta und eine Zahnbürste zu bekommen. Ein T-Shirt habe ich mir bereits am morgen auf dem Markt gekauft. Aber alles ist geschlossen. Außer die Shops der Araber. Die Muslime feiern nicht das jüdische Neujahrsfest und so bekomme ich noch mein Equipment für die nächsten Tage.