Myanmar Tag 8: Mit der goldenen Henne ins neue Jahr

FischerDer Wecker klingelt um 4:25Uhr. Die Straßen sind fast ausgestorben, aber in einigen Bars und Restaurants ist bereits etwas los. Oder auch vielleicht NOCH etwas los? Wie sich das für Deutsche gehört sind wir natürlich 4 Minuten zu früh bei unserem Treffpunkt und plaudern noch ein bisschen mit unserem Verkäufer Moe vom gestrigen Tag. Er hat gefallen an meiner Uvex-Sonnenbrille gefunden: „Looks like Original“. Er ist über die sehr gute Qualität erstaunt. Auch biegen scheint der Brille nichts anhaben zu wollen. Es ist halt wirklich ein Original. 

Es ist noch fast ganz dunkel als unser Langboot ablegt. Während der Fahrt geht die Sonne auf. Ein fantastisches Licht zum fotografieren. Und auf dem See sind nur kleine Wellen. Unser Frühstück aus Bananen und Schoko-Riegeln nehmen wir auf dem See während der Fahrt ein.

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Es ist 6:30Uhr und der Tag hat schon jetzt schon gelohnt! Wir treffen auf die Neujahrszeremonie. Und es ist fantastisch! Zuerst sehen wir einige geschmückte Langboote mit zahlreichen Ruderern und edlen Schirmen. Und etwas später sehen wir das größte Boot: ein goldenes Boot mit einem großen goldenen Vogel, einer Karaweike. Einige Mönche, Sicherheitskräfte und andere bestimmt sehr wichtige Männer sind ebenfalls an Bord. Auf einem Boot tanzen festlich gekleidete Frauen zu buddhistischer Musik. Es ist auch das einzige Boot, das von Frauen gerudert wird und direkt vor dem großen goldenen Vogel Fahrt. alle anderen Boote sind nur mit männlichen Ruderern und Musiker besetzt. Trommeln, Gesänge, tanzen. Und das alles morgens um kurz vor Sieben in einem wundervollen goldenen Morgenlicht. Die Atmosphäre ist so atemberaubend! Wir sind absolut beeindruckt und das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.

Anschließend machen wir einen Abstecher in eine kleine Weberei bevor es zu einem lokalen Markt geht. Hier gibt es einige Souvenirläden, aber das interessanteste ist die Pagode. Auf dem goldenen Boot mit dem goldenen Vogel von heute Morgen wurden fünf sehr alte Buddha-Figuren von einem Dorf ins ein Anderes transportiert. Zur Zeit sind diese Buddhas hier in dieser Pagode. Wir schließen uns der Masse an und kaufen für ein paar Kyat Goldblättchen um diese auf die Buddhas zu kleben. Das wird seit Jahrhunderten so gemacht und so haben einige der Figuren keine Ähnlichkeit mehr mit einem Buddha sondern sind „nur“ noch große Goldberge.

Auf dem Markt sehen wir ein älteres deutsches Paar, die als einzige mit Schuhen den Platz betreten haben. Schade dass Ihnen das Erlebnis in der Pagode verwehrt bleibt, denn dort hinein gelangt man nur mit bedeckten Beinen und barfuß. Man kann in einem fremden Land so viele schöne Dinge erleben, wenn man sich an die lokalen Gebräuche anpasst.

Die weiteren Stationen auf unserer „See-Reise“ sind die typischen Touristen-Fänger: Schmuck, Schnitzereien und Tücher. Und es wird zur Mittagszeit wieder unheimlich heiß. Also legen wir eine längere Mittagspause ein um anschließend noch ein Kloster zu besuchen. Auf dem Rückweg über den See zu unserem Hotel stoppen wir noch bei den Fischern, die mit ihrer speziellen Rudertechnik einzigartig auf der Welt sind. Sie paddeln mit einem Bein um mit dem anderen Bein das Gleichgewicht zu halten um wiederum mit den Händen das Fischernetz zu „steuern“. Das ist eine ziemlich interessante Technik.

Den Nachmittag nutzen wir für unsere grobe Reiseplanung der nächsten Tage und um entspannt im „Pancake Kingdom“ einen Kaffee zu trinken und Postkarten zu schreiben. Eigentlich haben wir für den frühen Abend noch den Besuch einer Pagode geplant, die fällt aber wegen Regen ins Wasser. Wir trinken derweilen einfach ein Bier und genießen das nasse Treiben vor uns auf der Straße.