Myanmar (Tag 4): Ich habe Buddha gesehen!

Mönche im Kha Khat Wain Kyaung Kloster, BagoNach unserem traditionellen Frühstück machen wir uns mit dem Taxi und unserem Taxifahrer als Guide auf den Weg nach Bago nördlich von Yangon. Wir kommen an vielen Militäreinrichtungen vorbei. Lange Zeit war Myanmar eine Militär-Diktatur, die gerade dabei ist sich selbst aufzulösen. Myanmar ist auf dem Weg zur Demokratie. Und unser Taxi fährt übrigens mit AutoGas. Das ist hier ziemlich in Myanmar und vorallem in den Städten ziemlich verbreitet und um einiges günstiger als Benzin. Das Benzin kostet hier ungefähr 1,-€ pro Liter. Bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von nicht mal 900,-€! Nach ca. zwei Stunden erreichen wir Bago. Als erstes Ziel am Ortseingang sehen wir die vier Buddhas. Die Buddhas sind riesengroß und schauen in alle vier Himmelsrichtungen. Wir kaufen uns eine Eintrittskarte die auch für alle anderen Sehenswürdigkeiten in Bago gilt. Nur noch eine Foto-Gebühr kommt hinzu. 300 Kyat. Das sind etwa 0,30€. Der nächste Stop führt uns zu einem Kloster. Wir sind dabei wie die Mönche zum Essen „marschieren“ und dabei von Gläubigen aus aller Welt beschenkt werden: Reis, Stifte, Geld …. An uns ziehen etwa 1000 Mönche vorbei. Jeder mit seinem eigenen Topf. Es herrscht eine ganz besondere Stimmung an diesem Ort und zu dieser Zeit. Weiter geht’s auf unserer Sightseeingtour durch Bago zum alten Königs-Palast. Alt ist der Palast eigentlich nicht, denn er ist rekonstruiert worden. Mit modernen Mitteln: Beton. Aber trotzdem lässt er einen Einblick in die Größe und Schönheit des ursprünglichen Palastes erahnen: Gold wohin das Auge blickt und jede Menge Säulen. Wir sind ein weiteres Mal beeindruckt. Auf dem Weg zur größten Pagode machen wir noch einen Zwischenstopp an der Schlangen-Pagode: vor uns liegt etwa 40cm entfernt eine riesige Python ohne Gitter oder sonst etwas als Absperrung. Die Schlange ist riesig und wird von einem Hellseher mit Geld beworfen. Es gibt sogar Wechselgeld zurück. Die große Shwemawdaw-Pagode in Bago ist ebenfalls beeindruckend: sie ist noch höher als die Shwedagon-Pagode in Yangon. Und ebenfalls aus Gold. Oder zumindest in Gold gestrichen. Um die Pagode herum gibt es wie auf einem Rummel „Automaten“ in die man Geld werden kann um zur Erlösung zu finden. Ein Rummelplatz. Eigentlich ist ganz Bago ein großer Rummelplatz: hier gibt es sogar eine Skate-World: ein ca 50qm großer Platz auf dem man mit Rollschuhe oder Skateboard fahren kann. Vorletzte Station in Bago ist der schlafende Buddha. Ich kannte Buddhas bisher nur als sitzende und meditierende Statuen. Aber hier liegt ein liegender Buddha mit 55 Länge vor uns. Ein Riese! Und Buddha sei Dank ist dieser auch überdacht. Als wir vor ca. drei Minuten die Halle betreten scheint die Sonne. Nun Regent es in Strömen. Und 10 Minuten später ist wieder alles vorbei. Wir tapsen draußen noch barfuß durch ein paar Sturzbäche und eine halbe Stunde später ist wieder alles trocken. Das sind die letzten Ausläufer des Monsun. Gegen 15uhr machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Yangon mit einem Zwischenstopp in einem Restaurant. Unser Taxi-Guide setzt uns direkt am Busbahnhof ab und wir checken bei unserem Busunternehmen ein. Im Warte-„Saal“ läuft der Film „Schiffbruch mit Tiger – The life of Pie“. Ohne Ton. Aber trotzdem verständlich um was es geht. Gegen 19Uhr kommt unser Bus und wir sehen wie die Einheimischen sich langsam Jacken überziehen und ebenso lange Hosen. Wir hatten im Vorfeld bereits in einigen Internet-Foren gelesen, dass die Busse unheimlich heruntergekühlt werden. Wie eigentlich überall wo es eine Klima-Anlage gibt. In Yangon sammeln sich sogar Menschenmassen vor Geschäften mit offenen Türen und heruntergekühlten Verkaufsräumen für eine kleine Erfrischung. In unserem Bus haben Einige bereits bei der Abfahrt eine Mütze auf und eine Jacke an. Die Busse sind wahrscheinlich die einzigen Orte in Myanmar, wo man eine Jacke oder eine Mütze benötigt. In Deutschland geht man im Winter in die Sauna. In Myanmar fährt man im Sommer einfach Bus. Aber der Bus ist sehr luxuriös ausgestattet: Lederliegesessel, Kissen, Decken und auf dem Sitz wartet bereits eine Flasche Wasser. Auch die Sitzplätze sind sehr geräumig. Nach ein paar Kilometer wird uns Kaffee angeboten und es gibt Kuchen dazu. Wir sind gespannt was uns noch erwartet, denn wir werden erst am nächsten Morgen um 5 Uhr in Kalaw sein. Die Air-Condition schafft es auf 14 Grad im Bus bei 30 Grad Außentemperatur! Es ist kurz nach 22 Uhr und wir machen einen Zwischenstopp. André und ich beschließen uns ein großes Myanmar Bier zu kaufen um doch noch einschlafen zu können trotz der lauten Musik im TV vom „Myanmar Model & Talents“-Wettbewerb. Wir sind auf einem riesigen Rasthof mit vielen Bars und Restaurants und Straßenverkäufern. Wir setzen uns in das größte und vollste Restaurant. Und schon schreit die Bedienung um Hilfe. In dem ganzen Laden spricht scheinbar nur eine Bedienung Englisch. Und da wir die einzigen Ausländer sind wir wieder einmal DIE Attraktion für die Gäste.

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