Free Cocktails, Mangrowen und die Nacht im Tattoo-Studio

09.07.2017

Heute Morgen ist mal wieder ausschlafen angesagt und ich gehe am Vormittag ins Museum. Nicht weit entfernt von meinem Hostel sind zwei Museen. Das erste ist schon etwas älter und heruntergekommen. Dort gibt es einiges über die Tier- und Pflanzenwelt zu sehen. Aber auch ein Nachbau eines traditionellen Langhauses steht hier. In so einem Langhaus wohnen mehrere Familien eines Stammes nebeneinander in einzelnen Räumen, aber auch Gemeinschaftsräume gibt es.

Einen besseren Einblick in die Lebensweise und in die Geschichte der Völker Borneos bekommt man nebenan in dem neuen Museumsbau. Dort wird auch multimedial die Kultur der Stämme der Iban, Annah Rais oder der Batang Ai erklärt. Auch einige menschliche Totenköpfe der Headhunter, der Kopfjäger, sind zu sehen. Gegen Mittag treffe ich Ben und Amanda wieder. Wir fahren mit dem Boot auf die andere Seite des Flusses und wollen einen kurzen Ausflug in den Orchideen-Park machen. Auch Maisha, eine Kölnerin, die sechs Monate durch Asien reist schließt sich uns an. Während wir uns im Park die verschiedensten Orchideen-Arten anschauen, erzählt uns Maisha von ihrer Ankunft in Kuching auf Borneo. Sie wohnt (eigentlich) per Couchsurfing bei einer Familie in Kutching. Ihr Gastgeber hat Maisha am gestrigen Abend auf eine Fashion-Show in die Stadt mitgenommen. Dank der VIP-Tickets gab es auch eine Menge Drinks und viel zu feiern. Auch der Gouverneur der Provinz war dabei, ebenso wie Miss Malaysia. Später hat Maisha aber ihren Gastgeber nicht mehr gefunden und so auch nicht mehr nach Hause gefunden. Einer der Barkeeper hat sie dann in unserem Guesthouse „abgegeben“, wo sie dann am morgen dank der Cocktails mit einem Filmriss aufgewacht ist. CRAZY! Eine interessante Story.

Am Nachmittag machen wir uns dann gemeinsam auf den Weg zum Sarawak Boat Club. Wir wollen eine Bootsfahrt in die Mangroven unternehmen um Krokodile, Delfine und später eine Lightshow der Glühwürmchen zu sehen. Die Touren bei den Travel-Agents der Stadt sind unheimlich teuer für malaysische Verhältnisse und so haben wir nach ein wenig Internet-Recherche herausgefunden, dass diese Touren alle bei dem Sarawak Boat Club starten. Per Uber, der Taxi-Alternative, gelangen wir zum Bootsanleger und etwa 20 Minuten später erscheinen zwei Mini-Vans mit den Touristen, die die Tour im Hotel oder bei einer der Agenturen gebucht haben. Der Guide ist ziemlich überrascht, wie wir hier hergekommen sind, denn in dieser Gegend ist außer Wald und dem Bootsanleger einfach nichts. Für den Guide ist es schnell verdientes Geld und wir fahren für den halben Preis mit auf die Bootstour. Ja sogar unsere Rückfahrt in die Stadt haben wir gesichert. Und während der Wartezeit eine Runde Freibier vom Wachmann am Bootsanleger. Super Sache.

Die Bootsfahrt führt uns für drei Stunden hinaus zu den Mangroven. Die Sicht auf die Natur und die Landschaft um uns herum ist wunderschön. An uns ziehen einige Berge vorbei und Palmen, Mangroven und ab und zu ein paar Fischerdörfchen. Eine kleine Gruppe der Irrawady-Delfine bekommen wir auch zu sehen. Es ist allerdings gar nicht so einfach ein paar Bilder von ihnen zu bekommen, da die Delfine immer nur kurz aus dem Wasser kommen um Luft zu holen. In den Mangroven klettern einige der Nasenaffen herum. Wir machen einen kurzen Stopp on einem Fischerdorf und spazieren durch das auf Holzpfählen gebaute Dorf. Auf dem Festland gibt es sogar einen Fussballplatz. Im Dunkeln fährt das Boot zurück zum Bootsanleger und wir sehen in den Mangroven viele Glühwürmchen. Leider bekommen wir keine Krokodile zu sehen, aber die Tour hat auch ohne die Krokodile Spaß gemacht.

Zurück in Kuching treffen wir am Abend zwei Freunde von Amanda, die gerade in Kuching angekommen sind und auch in unserem Hostel übernachten. Nach einem leckeren Abendessen in dem Fischrestaurant in dem wir bereits vor ein paar Tagen waren, werden wir von Maishas Gastgeber noch in sein Tattoo-Studio eingeladen auf ein paar Bier. Und ganz nebenbei erzählen er und seine Freunde uns noch eine Menge über deren Völker im Regenwald, sowie deren Kultur und Bräuche. Um 4Uhr morgens fallen wir todmüde ins Bett. Der Wecker wird um 6.30Uhr wieder klingeln.