Vietnam Tag 15: Dem dicken Buddha den Bauch pinseln :)

09.Februar 2017

Es hat in der Nacht heftig geregnet und am Morgen ist der Himmel mit Wolken verhangen.  Aber es regnet nicht mehr. Ich habe mir heute ein Moped organisiert und will in das etwa 30km entfernte Da Nang fahren. Im Süden der Stadt stehen die Marble Mountains, die Marmorberge. Auf dem Weg überholt mich eine Vietnamesin und spricht mich auf Englisch an: „Good driver. Where are you from? Where are you going?“ Sie erzählt mir während der Fahrt,  dass sie in der Nähe der Marmorberge wohnt und zeigt mir den Weg, den ich allerdings auch alleine sehr gut gefunden hätte, da der Eingang in der Nähe der Hauptstraße liegt. Dafür darf ich heute mein Moped auch „for free“ bei ihr abstellen. „Bei ihr“ ist allerdings ein großer Souvenirshop. Naja, egal. Hauptsache ich hab einen Parkplatz.

Über einige Treppenstufen geht es den Berg hinauf, der hier mit drei oder vier anderen kleinen Bergen sehr auffällig aus der sonst sehr platten Landschaft an der Küste herausragt. Nach der ersten Treppe erwartet mich ein großer Buddha aus weißem Marmor neben einer Pagode. Und es fängt wieder an zu regnen. Ich verziehe mich da erstmal in eine der vielen Höhlen die es hier, ebenso wie die Pagoden und Tempel, zu erkunden gibt. Durch schmale Gänge gelangt man immer weiter in den Berg hinein und manchmal an einer anderen Stelle oder durch eine andere Höhle wieder ans Tageslicht.

Außerhalb der Höhlen sind die Wege bereits zu kleinen Sturzbächen geworden. Meine Schuhe sind schon komplett nass. Aber der Regen ist warm. In der größten Höhle verschlägt es mit der Atem. Hier gibt es mehrere kleine Tempel. Weiter oben ist ein großer Buddha und um die atemberaubende Atmosphäre komplett zu machen betet ein Mönch vor einem der Altäre. WOW!

Als ich aus der großen Höhle wieder herauskomme, hat es aufgehört zu regnen und ich klettere auf die zwei Gipfel dieses kleines Berges um die Aussicht ohne Regen zu genießen.  Auf dem Rückweg streichle ich auch dem großen lachenden Buddha den dicken Bauch. Das soll Glück bringen. Nach einer Mittagspause mit leckerer Schrimp-Nudel-Suppe hole ich mein Moped wieder ab. Natürlich werde ich in ein Verkaufsgespräch verwickelt. Ich entscheide mich für einen etwa zwei Meter großen Buddha aus Marmor. Ich schätze er wiegt etwa zwei Tonnen. Schade, dass wir uns bei den Versandkosten nicht einig werden und so gebe ich ihr einfach ein paar Taler für den Parkplatz.

Den Rückweg nach Hoi An finde ich hier ohne auf die Karte zu schauen. Und dabei verfahre ich mich gar nicht so häufig. Den Nachmittag verbringe ich in der schönen Altstadt von Hoi An bei Kaffee und Kuchen. Der Kaffee ist übrigens sehr lecker und er wird anders aufgebrüht als ich es bisher kannte. Bestellt man den Kaffee mit Milch, so bekommt man ein Glas mit etwas gesüßter Kondensmilch. Darauf wird ein kleiner Kaffeefilter aus Metall gesetzt und mit Kaffee und Wasser aufgefüllt. Dieser tropft nun langsam in das Glas. Und um einen Eiscafe zu bekommen gibt man dem Kaffee einfach noch ein paar Eiswürfel hinzu. Sehr Lecker!

Während ich ein paar Postkarten schreibe setzt sich ein Franzose neben mich und wir erzählen lange über unsere Reisen und Erlebnisse. Vince ist sein Name und er ist heute aus Kambodscha nach Vietnam gekommen. Ich gebe ihm ein paar Tips für Vietnam und dafür bekomme ich von seinen Erzählungen Lust auf Kambodscha. 

Später bekomme ich noch eine Nachricht von Chantal und Melanie, den beiden Züricherinnen, die ich im Mekong Delta kennengelernt habe. Die beiden sind gerade in Hoi An angekommen und so verbringen wir den Abend gemeinsam mit anderen Schweizern und auch Berlinern bei ein paar Drinks. Was für ein Zufall.  Vietnam ist wohl doch nicht so groß.