Vietnam Tag 8: Zu Besuch bei „Onkel Ho“



2.Februar 2017

Heute ist erst einmal ausschlafen angesagt und den Tag starte ich mit einem leckeren vietnamesischen Frühstück bestehend aus einer Reisnudel-Suppe mit Minze, frischem Koriander und Hühnchen. Ein sehr guter Start in den Tag.

Und anschließend werden meine nächsten Tage verplant: ich buche bei der nächsten Tourist Agency meinen Trip in die Ha Long Bucht. Im Internet hatte ich Preise ab $200 aufwärts gesehen für einen Trip über zwei Tage. Ich entscheide mich für ein All Inclusive Paket über drei Tage mit Übernachtung auf einem Schiff und paddeln im Kajak für 130$. Mein Tipp für Reisen nach Südost-Asien: Flug und ein, oder zwei Übernachtungen im Voraus buchen und dann einfach den Rest Vorort klarmachen. Da spart man am Ende viele hundert Euro ein, oder auch noch mehr. Und ich bekomme auch gleich noch einen guten Stadtplan mit auf den Weg und ein paar Tips für Sightseeing Spots. 

Dann mach ich mich auf den Weg um die Stadt zu erkunden. Mein erster Stopp ist das alte Gefängnis welches die Franzosen zur Kolonialzeit gebaut haben. Später, während des Krieges gegen die Amerikaner waren hier auch amerikanische Bomber-Piloten inhaftiert. Die Haft in diesen Mauern muss grausam gewesen sein. Mit lebensgroßen Puppen ist sehr anschaulich dargestellt welche Qualen die Gefangenen hier durchstehen mussten. Viele Gefangene wurden mit den Füssen festgekettet und konnten sich nicht bewegen.

Später entdecke ich auf meinem Spaziergang durch die Stadt einen Eingang zu einem kleinen buddhistischen Tempel. Hier sind nicht viele Menschen unterwegs und ich genieße für einen Moment die Ruhe in dieser kleinen grünen Oase. Das tolle an den Tempeln ist, dass man immer Willkommen ist und sich frei bewegen kann. Es lohnt immer wieder sich einfach eine Bank zu suchen und die Umgebung zu genießen.

Bevor es in den riesigen „Tempel of Literature“ geht, genieße ich noch einen leckeren Ice-Coffee mit Kokosmilch.  Der absolute Hammer!

Der Literatur-Tempel ist eine riesige Anlage mit vielen Innenhöfen und kleinen Parks.  Hier haben viele Jahrhunderte die Mönche Schriften und Texte studiert. Aus diesem Grund sind hier nicht nur Statuen zu finden sondern auch eine Menge Schriften und Plakate. Ich entdecke zwei junge Frauen die sich mit ihren frisch gemalten Plakaten fotografieren lassen. Auf einem Plakat steht ein Gruß an eine deutsche Familie. Die beiden erzählen mir,  dass sie deutsche Freunde haben und ihnen diesen Neujahrsgruß nach Hause schicken wollen.

Vor einem Altar entdeckt mich ein kleines Mädchen und muss sofort ihre Englischkenntnisse ausprobieren. Es reicht immerhin schon für „Hello“ und „Good bye“ und ich bekomme von ihr ein Model-Shooting vor einer goldenen Schildkröte.

Am Nachmittag setze ich meinen Spaziergang durch die Stadt weiter fort und erreiche das Ho Chi Min Mausoleum. Hier ist der Leichnam „Onkel Ho’s“, wie ihn liebevoll die Vietnamesen nennen, aufbewahrt. Einige Soldaten in weißen Uniformen bewachen die Anlage und jeder der die Markierungslinie auf dem Boden überschreitet wird mit einer Trillerpfeife zurechtgewiesen. Die Wachsoldaten sind allerdings anders, als man es eigentlich von solchen Orten gewohnt ist: Nur zwei Soldaten direkt am Eingang zum Mausoleum stehen stramm ohne sich zu bewegen. Die Anderen langweilen sich offensichtlich.

In dieser Gegend steht auch das Parlament und der Palast des Präsidenten. Eine Menge Prunkbauten an einem Ort.

Ich gehe weiter zum Westsee an dessen Ufer die älteste Pagode der Stadt steht. Ich liebe diese Tempel und Pagoden. Hier ist es ganz schön voll,  aber trotzdem versprühen diese Orte eine Ruhe. Und ganz nebenbei gibt es eine Menge tolle Fotos.

Und noch ein Tipp nicht nur für asiatische Städte: einfach mal zu Fuß losziehen und Strassen und Gassen entdecken.  So entdecke ich immer wieder kleine Oasen,  an denen die regulären Reiseführer einfach vorbeiziehen. Und wenn ich schon dabei bin Tips zu geben: wenn du die berüchtigte Magen-Darm-Erkrankung auf Reisen vermeiden willst,  dann meide die westlichen Touristen-Restaurants und geh in die Restaurants in denen auch die Einheimischen essen. Nach dem Motto: Wo viel los ist, da lohnt es sich zu essen. Und nach ein paar Tagen ist deine Magen-Darm-Flora aufnahmebereit für die Garküchen auf der Straße. Hier gibt es für nur wenige Cents ein wundervolles Geschmackserlebnis. Und ganz nebenbei kann man auf den kleinen Plastikstühlchen aus dem Ikea-Kinderland das treiben auf der Straße genießen und interessante Gespräche führen.