Vietnam Tag 4: Räucherstäbchen und Kriegsrelikte



29. Januar 2017

Am Morgen holt mich Anh an meinem Hostel ab und wir fahren nach Chinatown.  Anh ist in Saigon geboren und in Saigon und Berlin aufgewachsen.  Und dazu eine tolle Stadtführerin! Auf dem Weg nach Chinatown sehen wir einige Drachentänzer. Zum Neujahrsfest fahren Gruppen von Drachentänzern durch die Stadt. Einige Anwohner und Geschäftsleute hängen vor ihrer Wohnung oder ihren Geschäften in großer Höhe Säckchen mit Geld auf, die von den Drachentänzern ertanzt werden müssen. Dazu ist richtig Akrobatik nötig. Währenddessen bleiben viele Zuschauer auf der Straße stehen und trotzdem geht der Verkehr auf der weiter. Was für ein Gewusel!

Anschließend geht es in den ältesten Tempel der Stadt. Räucherstäbchen brennen und unzählige Räucherspiralen hängen von der Decke während vor den Statuen gebetet wird. Und das Sonnenlicht drängt durch die Rauchschwaden. Eine tolle Atmosphäre!

Gegen Mittag sind wir in der Fußgängerzone unterwegs. Zum Neujahrsfest, dem Tet-Fest ist die ganze Straße ein einziges Blumenmeer. Aus den bunten Blumen sind wahre Kunstwerke geschaffen worden. Und da das Jahr 2017 das Jahr des Huhns ist, sind auch viele Hühner und Küken aus den Blumen gestaltet worden. Viele Vietnamesen lassen sich vor den Blumen fotografieren und es ist praktisch nicht möglich zwei Meter zu gehen ohne in irgendeinem Foto zu stehen.

Nach einer leckeren Mittagspause geht’s ins Kriegsrelikte-Museum. Hier werden Relikte des Vietnam-Kriegs ausgestellt: die Waffen der US Armee, Panzer, Hubschrauber und sogar Flugzeuge. Auf Bildern sind die Gräueltaten der Amerikaner zu sehen: zerstückelte Leichen, Folterwerkzeuge und Bomben und Granaten. Einiges erinnert sehr stark an die Bilder die wir aus dem Afghanistan-Krieg und dem Irak kennen. Die Darstellung ist sicherlich ziemlich einseitig,  denn auch auf der Seite des Vietkongs gab es bestimmt nicht nur Heilige, aber trotzdem macht die Ausstellung ganz klar deutlich: Krieg ist Scheiße! In der obersten Etage sind Bilder von Kriegsfotografen ausgestellt. Diese Ausstellung wird übrigens auch von amerikanischen Unternehmen gesponsert.

Nach dem Museum fahren wir zu einem Tempel etwas außerhalb der Innenstadt.  Die Anlage ist riesig und an vielen Stellen wird gebaut und erweitert. Die Pagoden stehen inmitten einer Siedlung aus Hochhäusern und das macht einen starken Kontrast aus.

Zum Abendessen geht es zu Anh’s Eltern nach Hause. Es gibt Hot-Pot und wir unterhalten uns über Vietnam und Deutschland bei leckerem Essen. Ich werde herzlich aufgenommen. VIELEN HERZLICHEN DANK!

Nach dem Abendessen fährt Anh’s Vater und ihr Onkel uns mit dem Moped zurück in die Stadt. Anh und ich lassen den wunderschönen und erlebnisreichen Tag in der 52.Etage des Bitexo-Towers mit einem Cocktail ausklingen und genießen dabei die sagenhafte Aussicht auf die Stadt.