28. Januar 2020
Ich frühstücke heute morgen im 7-Eleven-Shop gegenüber meines Hostels. Hier gibt es günstiges und leckeres Essen und einen leckeren Kaffee. Auch Sitzplätze gibt es in diesem kleinen Supermarkt, der eher die Größe eine Berliner Spätis hat. Zu mir gesellen sich auch einige Bauarbeiter der Großbaustelle nebenan.
Zu Fuß mache ich mich nach der morgendlichen Stärkung dann auf den Weg in die Altstadt. Mein Weg führt mich durch eine moderne Einkaufs-Fußgängerzone. Am Ende der Fußgängerzone erreiche ich über eine Brücke den schwedischen Reichstag. Ich bin beeindruckt: Das Gebäude des schwedischen Reichstags ist um einiges größer als das Deutsche Reichstags-Gebäude. Der Reichstag liegt auf einer Insel. Leider ist eine Besichtigung nur am Wochenende möglich. Über die nächste Brücke erreiche ich die Stockholmer Altstadt. Auch diese Altstadt liegt auf einer Insel. Das erste, was mir auf dieser Insel ins Auge springt, ist das Stockholmer Schloss. Dieses Schloß gehört zu den größten Schlössern Europas und ist der Repräsentationssitz des schwedischen Königs. Der König und die königliche Familie sind allerdings vor einigen Jahren in ein Schloss auf dem Land gezogen. Ich erreiche das Schloss pünktlich um 10Uhr zu einem Wachwechsel. Die Soldaten in alten Marine-Uniformen marschieren durch den recht kleinen halbrunden Vorhof zum Schloss. Das Schloss selbst betrete ich über das große Treppenhaus. Die ersten Räume, die ich besichtige geben einen Überblick über Orden und Uniformen, bevor es dann durch verschiedene Tronsäle, Audienzräume, Schlafzimmer und Esszimmer über mehrere Etagen geht. Die Säle sind wundervoll mit Figuren aus Marmor an der Decke ausgestattet. Kleine und große Marmor-Engel schauen auf mich herab Von den Deckengemälden blicken Gestalten aus Sagen und Mythen zu mir herunter. Das Schloss ist voller Prunk: Goldene Stühle und Wandbehänge, riesige Kronleuchter und Marmorsäulen. Aber auch mehrere dutzend goldene Uhren und riesige Porzellanvasen schmücken die Räume. Im Keller des Schlosses sind sehr schön die verschiedenen Ausbaustufen des Schlosses zu sehen. Wie auch in Kopenhagen ist das Schloss in Stockholm in seiner Geschichte mehrfach abgebrannt und wieder aufgebaut worden. Im Keller auf der anderen Seite des Schlosses ist die Schatzkammer mit verschiedenen Kronen und Schwertern zu sehen: Jede Menge Gold und Edelsteine. Aber leider darf man hier nicht fotografieren. Um 12Uhr Startet dann auf dem Vorhof der große Wachwechsel. Allerdings unterscheidet sich dieser scheinbar nur durch die Salutschüsse, die von weitem zu Hören sind.
Jetzt ist es Zeit die Altstadt ein wenig zu erkunden. Es gibt eine Menge große und kleine Gassen, dicht an dicht stehen Bürgerhäuser in den unterschiedlichsten Tönen von rot, grün und gelb. In den Erdgeschossen sind eine Menge Läden, Cafés und Restaurant zu finden. Zeit für einen Kaffee mit einem sehr leckeren süßen Kardamom-Brötchen. An einem zentralen Platz gelegen ist die schwedische Akademie welche das Alfred Nobel Museum beherbergt. Alfred Nobel ist der Begründer des Nobel-Preises. de.wikipedia.org/wiki/Nobelpreis Das kleine Museum ist wirklich toll gestaltet und zusammen mit dem Audio-Guide begebe ich mich auf eine Reise durch über hundert Jahre Nobel-Preise: Albert Einstein, Röntgen-Strahlen, Marie-Curie, Henry Dunant als Begründer des Roten Kreuzes, Karl von Osietzky oder auch die jüngste Nobel-Preis Gewinnerin Malala aus Pakistan, die für ein Grundrecht der Kinder auf Schulbildung kämpft. Mit Videos und Audio-Beiträgen habe ich wirklich viel über den Preis und die Menschen und ihre Taten erfahren.
Nach dem Museumsbesuch regnet es mal wieder und ich verziehe mich in einen weiteren Keller des Schlosses indem sich ein kostenloses Museum befindet. „Livrüstkammern“ Hier geht es um Uniformen, Herrscher und Waffen im Wandel der schwedischen Geschichte. Goldene Ritterrüstungen und goldene Reiter in Rüstungen, Musketen, Schwerter, die man auch mal selbst in die Hand nehmen darf und dazu immer mal wieder ein paar Videos an der Wand. Hier darf man auch mal die Exponate anfassen. Im Keller nebenan stehen einige der königlichen Kutschen.
Mit müden Beiden erreiche ich dann am Abend wieder mein Hostel. Als ich nach dem Abendessen meinen nächsten Tag etwas plane und mein Ticket für den Nachtzug checke, bekomme ich den Hinweis, das es auf der Strecke zu Störungen kommt. Und die Möglichkeit umzubuchen, oder zu Canceln. WAAAS? Ich rufe beim Service der schwedischen Bahn an und dort erklärt man mir, dass ich einen Teil der Strecke mit dem Bus zurücklegen muss. Nähere Informationen werde ich wohl am nächsten Tag bekommen. Ich bin gespannt. Die skandinavischen Bahnen scheinen mich nicht zu mögen.