Nepal Tag 9-11 Wir nähern uns den Gipfeln im Himalaya (Manang – Thorong High Camp)

Tag 9: Heute ist unser Ruhetag. Einen Tag mal nicht soweit wandern. Diesen Tag nutzen wir zu Höhenanpassung. Schliesslich sind wir bereits auf 3600m. Wir steigen zu einem Tempel oberhalb von Manang auf. Dieser liegt auf etwa 3900m der Aufstieg ist aufgrund der Höhe ganz schon anstrengend aber die Aussicht von oben verschlägt uns die Sprache. Es ist so still. Man hört nur das Flattern der Gebetstücher und in der Ferne das Rauschen des Flusses. Ich kann mittlerweile verstehen, warum dieser Tempel soweit oben gebaut wurde. Ein wunderschöner Platz zum meditieren.

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Nach dem Abstieg verbringen wir den Rest des Tages mit chillen: Tee trinken, lesen, Karten spielen. Ich kaufe mir noch ein paar Fließ-Handschuhe für 250NRP, das sind ca 2,30€. Mal sehen wie warm sie halten. 
Am Nachmittag beginnt es wieder heftig zu schneien und an unserem Hotel ziehen reihenweise verschneite Muli-Karavanen vorbei.
 
Tag 10: Heute geht es wieder weiter bergauf. Der Tag beginnt wieder mit einem steilen Anstieg direkt hinter Manang. Aber wir werden mit einem grandiosen Ausblick auf Manang in der Morgensonne belohnt. Weiter geht es durch Tiefe Schneewehen, eisglatte Wasserfälle und matschigen Boden. Auf der Yak-Alm „Yak-kartha“ gibt’s bei schönsten Sonnenschein Fried Veg Noodles. Und ein wunderschöner Ausblick Auf die Annapurna-Eisriesen. Ganz oben Wehen die Schneefahnen der 8000er in strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Von hier aus ist es nur noch eine Stunde bis zum unserem heutigen Tagesziel: Ledar auf 4200m. Der Weg führt leicht ansteigend durch die karge Landschaft und nach einer kleinen Kuppel sehen wir schon unser Hotel in Ledar. Da Ledar nur aus zwei Lodges und einem „Wohnhaus“ besteht ist die Übersicht ziemlich einfach. Den Nachmittag genießen wir auf der Terrasse unseres Hotels und lassen uns von der Sonne bräunen. Über uns fliegt der Rescue-Helicopter. Diesen sehen wir nun immer öfter. Wir sind jetzt auf 4200m und der Pass wartet auf 5416m auf uns. Das ist noch eine Menge. Wir haben immer mehr Respekt und Ehrfurcht vor dem Pass.
Es wir nachts auch immer kälter. Seit Manang sieht es morgens mit dem waschen immer schlechter aus: alles ist gefroren. Selbst beim Toilettengang muss man aufpassen, das man nicht ausrutscht.
Tag 11: Heute stehen garnicht soooo viele Kilometer auf dem Programm. Aber da wir in einer Höhe von 4200m starten und da die Luft ziemlich dünn ist wird es sicherlich trotzdem ziemlich anstrengend. Wir kommen sogar schon ins Schnauben, wenn wir nur die Treppe in unser Hotelzimmer aufsteigen. Bis zur Mittagspause in Thorung Phedi geht unser Weg immer wieder auf und ab. Es geht durch steile Schotterabhänge und immer wieder ist der Weg vereist oder es geht durch tiefen Schnee. Ich muss immer wieder ein paar Sekunden Pause machen um Luft zu holen und natürlich um Fotos zu machen 🙂 Aber wenn ich mich umdrehe und sehe wo ich gerade gelaufen bin oder wo ich jetzt gerade Pause mache, da wird einem schon ein bisschen anders: Schotterbruch und steile Abhänge und ab und zu kullert von weiter oben ein Stein herunter.
Nach der Mittagspause geht es zu unserem heutigen Tagesziel und gleichzeitig der höchsten Übernachtungsmöglichkeit auf unserem Trek: Thorung Phedi Highcamp auf 4900m. Wir benötigen ca 1,5 Stunden für den steilen Aufstieg durch Eis und Schnee. Es geht ca 400m Höhenmeter bergauf und ein richtiger Weg ist garnicht zu erkennen. Hier hat jeder versucht irgendeinen möglichst einfachen weg nach oben zu nehmen. Im Highcamp liegt ca 1m hoch der Schnee. Das Camp liegt zwischen einigen Felsen wie in einem Tal. Um uns noch etwas besser an die Höhe anzupassen erklettern wir noch einen kleinen Hügel ganz nach dem Motto: Climb High – Sleep Low.
Heute bleibt der Yak-Ofen aus: es gibt kein Holz und keine Yak-Scheisse 🙁 Die letzten Tage hatte der Ofen den Gastraum ganz gut aufgehetzt. Immerhin auf knapp über 0 Grad. Heut bleibt es kalt. Zeit um früher in den warmen Schlafsack zu kriechen.
Um es milde auszudrücken: es ist saukalt! Die nächste Toilette ist von unserem Zimmer aufgrund der Höhe des Schnees nicht zu sehen.
Langsam wird es richtig ernst: der Wecker klingelt morgen früh um 4:00 und das Frühstück ist auf 4:30 bestellt. Genauso wie unsere Kartenspielgruppe wollen wir um 5:00 aufbrechen. Yin ebenfalls. Hatte ich eigentlich schon von Yin erzählt? Ein 19-jähriger Chinese aus Peking. Ein netter Kerl, dem immer wieder lustige Dinge passieren. An einem morgen wollte er auch um 8 Uhr aufbrechen, aber es ging für ihn erst um 10uhr los, da er eine Unterhose nicht gefunden hat. Sie war übrigens in den Tiefen seines Schlafsäckes verschollen. 😉