Namaste – Nepal am Tag 3: Es geht mit dem Bus direkt in das Himalaya-Abenteuer

 

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Heute ist Samstag und wir sitzen im Bus nach Besishahar. Die zeit lässt sich gut nutzen um die Erlebnisse der letzte Tage aufzuschreiben.  Unsere Landung in Kathmandu am Donnerstag Abend verlor ohne Probleme und das Terminal ist ziemlich winzig. Im Flieger haben wir Ben kennengelernt. Ben ist aus Düsseldorf und startet gerade seine 4 monatige Tour durch Asien. Wir steigen gemeinsam mit seinem Guide, der bereits auf ihn wartet in ein Taxi. Nachdem wir die beiden abgesetzt haben geht’s für uns weiter durch das nächtliche Kathmandu zu unserer Couchsurfing-Unterkunft. Wir werden von einer 8-köpfigen Familie empfangen. Dazu kommt noch ein Paar aus China/Frankreich. Die Hütte ist voll. 😉
Nach dem Essen, es gibt Dhaal-Bhat, und einem chinesischen Schnaps, der nach Pattex schmeckt, geht’s dann auch langsam ins Bett. Mein Bett steht in der Küche für eine Nacht. Irgendwie hab ich aber auch nicht mitbekommen, das die Wohnung von noch einer Familie bewohnt wird. So werd ich morgens auch geweckt, als eine Frau mit ihrem Kind essen zubereitet und an dem kleinen Altar betet. Zu dem Gebet gehört auch das 20 minütige schlagen einer Glocke. Ich bin definitiv wach.
Marleen und ich machen uns auf den weg nach Thamel. Das ist die Innenstadt von Kathmandu und komplett auf Tourismus, Trekking und Expeditionen ausgelegt. Der Weg führt uns zu Fuß durch die Stadt: Geschäft neben Geschäft und jede Menge Verkehr und Hupen. Einen Bürgersteig gibt es übrigens nicht, dafür eine Menge Staub und Müll. Und mittendrin kleine Läden mit Lebensmitteln und allem anderen, was man im täglichen Leben gebrauchen kann.
Wir statten uns erstmal mit dem nötigen Kleingeld für unsere Trekkingtour aus. Im Himalaya soll es etwas schwieriger sein an einen VISA-Automaten zu kommen. Unsere Geldbörsen Schwellen über vor Geldscheinen.  Und zufällig treffen wir kurz darauf Ben und seinen Guide. Kathmandu ist eben auch nur ein Dorf 😉 Beim gemeinsamen Frühstück verplanen wie den Tag mit einem gemeinsamen Sightseeing. Wir schauen uns verschiedene buddhistische und hinduistische Tempelanlagen an. Interessant ist, das einige Tempelanlagen von Hindus und Buddhisten gemeinsam genutzt werden. An einem Tempel der Hindus werden wir Zeugen einer Beerdigungs-Zeremonie: in Tüchern gehüllt wird von dem Verstorbenen Abschied genommen. Anschließend wird die Leiche am Rand des Flusses auf Holz und Reisig-Stapeln verbrannt. Es gibt eine Menge Zuschauer am Rand des Flusses.
Den Abend lassen wir dann noch gemeinsam in einem kleinen nepalesischen lokal ausklingen. Ein Super leckeres Abendessen für ca 5,-€. Wobei das Bier den größten Teil ausmachte: 3,80€ für das Everest-Beer.
Heute geht es mit dem Bus nach Besishahar. Am Busbahnhof ist jede Menge Trubel. Menschen Menschen Menschen. Und jeder will etwas verkaufen. Wir werden von so ziemlich allen angesprochen. Aber schnell haben wir raus wie es funktioniert: wir sagen einfach wohin wir wollen und werden von den Jungs zum passenden Schalter für ein Ticket und zum passenden Bus geleitet. Eigentlich ganz einfach. Im Bus sind einige Trekker und viele Nepalis. Nachdem wir losgefahren sind steigen auch noch eine Menge weitere hinzu. Inkl Gepäck. Es wird ziemlich voll. Zwischendurch müssen wir aufgrund des Verkehrs und für weitere Mitreisende immer wieder anhalten. Ich hab das Gefühl wir fahren durch einen Supermarkt. Immer wieder kommen Händler in den Bus und wollen etwas verkaufen: Bonbons, Wasser, aber auch Kleidungsstücke und Schmuck. Auf der Straße kann man alles kaufen. Man muss noch nichtmal aussteigen. Nach 2,5 Stunden sind wir noch immer in Kathmandu und haben unseren ersten Reifenwechsel hinter uns. Der zweite Reifenwechsel folgt keine zwei Stunden später: keine 5 Minuten nach unserem ersten Halt. Mal sehen wie  weit wir mit unseren Ersatzreifen kommen. Zu dem Bus gehören neben dem Busfahrer auch noch die beiden Jungs, die in Kathmandu die ganzen Mitfahrer eingesammelt haben. Immer wenn am Straßenrand Menschen standen, wurde durch lautes rufen signalisiert in welche Richtung der Bus Fahrt. Das verstauen des Gepäcks gehört auch zum Job der beiden. Der Busfahrer ist „nur“ für das fahren zuständig, obwohl das auf den kurvigen Strecken schon anspruchsvoll genug ist. Aber beim Reifenwechsel packt er auch mit an.
Eigentlich dachten wir der Bus ist voll, aber es gehen noch mehr Menschen hinein. Mittlerweile sind auch sämtliche Stehplätze belegt und dazwischen stapeln sich Ersatzreifen, Tüten aus denen Hühnerfüße schauen, Kochtöpfe und noch viel viel mehr. Wir nehmen aber trotzdem noch jeden mit, der mitfahren will. Die Trittbretter an der Außenseite sind nun auch besetzt und wenn zwischendurch jemand aussteigen möchte, dann geht das geklettere über das ganze Zeugs los. Ein absolutes Erlebnis. Während der ganzen Fahrt dröhnt übrigens  nepalesische Popmusik aus en Lautsprechern das man sich so gut wie nicht unterhalten kann.
Nach der Ankunft in Besishahar machen wir uns auf die suche nach einem Hotel und checken auf dem weg gleich an dem ersten Checkpoint des Annalurna-Treks ein. Unser Hotel ist das Mongolian-Guest-House am nördlichen Ende der Stadt. Wir haben einen tollen Ausblick auf die Landschaft.