Madagaskar Tag 12: Das ist eine Fähre?

Madagascar_0704-13172004.07.2016

Heute können wir mal richtig ausschlafen. Erst um 8Uhr machen wir uns auf den Weg nach Süden. Vorher sehen wir noch unseren ersten Fossa.  Das ist ein katzenartiges Raubtier. Leider ist das Tier bereits tot. Die Anwohner aus dem Dorf haben es in der Nacht erlegt, weil die Fossa sich an den Hühnern zu schaffen gemacht hat.

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Zum Abschied spielt unser Koch noch ein Lied auf seiner selbstgebauten Okulele in Form eines Fisches. Unser Weg führt uns wieder auf der National Road nach Süden. Die Beschaffenheit der Strasse ist nicht besser als im Norden: eine Buckelpiste. Wir sehen einige Vögel und eine Schlange über die „Straße“ eilen. Erst nach über zwei Stunden begegnen wir dem ersten Auto seit unserer Abfahrt. Verkehr gibt es hier nicht wirklich viel. Dafür aber immer wieder Fußgänger am Wegesrand und jede Menge Kinder die uns zuwinken.

Bald sehen wir auch unseren Baobabs. Baobabs sind sehr hohe Bäume mit einem ziemlich dicken Stamm und einer im Kontrast dazu winzigen Baumkrone.

Zum Mittagessen machen wir halt in „Belo sur Tsiribihina“. Der größten Stadt,  die wir seit langem gesehen haben. Hier wartet später auch die Fähre über den Fluss Tsiribihina auf uns. Aber erst einmal geht es ins Restaurant Karibo. Nach der Bestellung unseres MIttagessens verteilt der Restaurant-Chef den Zugang zum WiFi. Meine anderen Mitreisenden loggen sich sofort ein und checken Mails und andere News. Ich nicht. Ich genieße es Offline zu sein. Und das Deutschland zwei Tage zuvor bei der Fußball-Europameisterschaft im Elfmeterschießen gegen Italien gewonnen hat,  hab ich bereits gestern von einem Einheimischen erfahren, der uns durch das Tsingy-Gebirge geführt hat.

Nach dem Essen geht’s zur Fähre. Oder was man irgendwie Fähre nennen kann. Eigentlich sind es nur zwei Boote mit einem Deck aus Brettern auf dem wir unser Auto parken. Die Überfahrt geht erst den Fluß ein Stück hinauf und dann in einem anderen Arm wieder hinab. Wir sind in einem Fluss-Delta. Die beiden Motoren der einzelnen Boote sind extrem laut. Ich verzieh mich in den vorderen Teil unserer Fähre und genieße den kühlenden Fahrtwind.

Am anderen Ufer ist der Anleger für unsere Fähre bereits von anderen Fähren zugeparkt und so fahren wir einfach über zwei andere Fähren hinweg. So funktioniert’s in Afrika. Warum schwierig wenn es auch einfach geht. Auf unsrer Weiterfahrt sehen wir immer mehr Baobabs und Fuarisco erzählt uns eine Geschichte zu diesen eigenartigen Bäumen: „vor vielen Jahren hat Gott den Baobab geschaffen als größten Baum um den anderen Bäumen und den anderen Tieren Schatten zu spenden. Aber der Baobab ließ keine anderen Bäume in seiner Nähe zu. Und als Gott wieder in der Nähe war, klagten die anderen Bäume Gott über die Eigenheiten des Baobabs. Und Gott fragte den Baobab: warum machst du sowas? Weil ich der Größte und der Stärkste bin,  sagte der Baobab.

Darüber war Gott so erbost, dass er den Baobab nam und auf den Kopf stellte. Seine Baumkrone war nun unter der Erde und seine Wurzeln in der Luft. Und so sollte es für immer bleiben. “

Und es stimmt.  Der Baobab sieht aus wie ein auf den Kopf gestellter Baum.

Gegen 15Uhr erreichen wir unsere Lodge im Kindry-Forrest. Der Wald ist ziemlich dicht und ziemlich trocken oder auch eher eine Art Buschwald. Kurz nach unserer Ankunft läuft auch schon die erste Fossa durch das Camp. Sie ist bereits an Menschen gewohnt und hat wenig Angst. Am Abend geht es wieder auf eine Nachtwanderung. Unser lokaler Führer führt uns im Dunkeln durch den Wald und zeigt uns kleine Chamäleons und Geckos. Wir sehen auch eigene Lemuren,  ganz besonders niedlich ist ein kleiner Maus-Lemur, der offenbar ziemlichen Spaß hat vor unserer Kamera zu posieren.