30. Januar 2020
Um 5Uhr morgens schlafe ich dann doch ganz gut, bis mich eine Durchsage des Schaffners aus dem Schlaf reißt. „In etwa 30 Minuten erreichen wir den Bahnhof ‚Boden Central‘.“ so heißt es, Und „Dieser Zug fährt nicht weiter bis nach Narvik und auch nicht bis nach Gällivare. Am Bahnhof Boden steht ein Ersatzzug bis nach Gällivare bereit“. Als wir am Bahnhof Boden ankommen dauert es allerdings noch etwa eine Stunde, bis der Zug bereit steht. Es gab wohl Probleme. Aber wir können zumindest im warmen Zug warten bis der Ersatz eintrifft. Draußen ist es etwa -10°C kalt und es liegt eine Menge Schnee. Und es ist stockdunkel. Erst als der neue Zug auf dem Weg nach Gällivare ist geht das Schwarz der Nacht langsam in ein dunkles Blau über. Kurz vor Gällivare gibt es mal wieder eine Durchsage: „Für Reisende nach Narvik steht in Gällivare ein Hotel zur Verfügung, da die Straße nach Narvik noch immer gesperrt ist!“. Na Prima! Vom Schaffner erfahre ich dann, dass die Bahnstrecke gesperrt ist, da ein Waggon mit Erz, der wohl mehr als 80t wiegt, auf der Strecke entgleist ist.
Beim CheckIn erfahre ich, dass andere Reisende hier bereits seit zwei Tagen festhängen. Noch mehr Prima! Dafür zahlt die schwedische Bahn aber das Hotelzimmer inkl Frühstück, Mittag und Abendessen. Die Sauna darf auch genutzt werden. Das wird dann heute wohl ein Tag zum Relaxen.
Beim Kaffee unterhalte ich mich mit einem Schwaben, der seit vielen Jahren in Narvik wohnt. Er erzählt mir, dass das Wetter an der Grenze zwischen Schweden und Norwegen ziemlich tückisch ist. Oft kann dort nur in einer Kollonne hinter einem Schneeräumfahrzeug gefahren werden. An der Rezeption erfahre ich, dass es einen kurzen „Kulturweg“ gibt, der gleich hinter dem Bahnhof beginnt. Das ist doch genau das richtige um mir die verschneite Landschaft anzuschauen.
Gällivare ist eine kleine Stadt etwa 70km nördlich des Polarkreises und hat etwa 10000 Einwohner. Aber dafür sogar ein eigenes kleines Ski-Gebiet an den Hügeln in der Umgebung. Und Schnee gibt es hier wirklich eine Menge. Als ich bei einem kleinen See eine Abkürzung zurück auf den Hauptweg nehmen will, versinke ich bis zu den Knien im Schnee. Und das obwohl ich extra eine bereits tiefe Spur eines Motorschlittens genommen hab. Der Kulturweg führt vorbei an einer Holzkirche und vielen Holzhäusern, die entweder gut getarnt in weiß gestrichen sind, oder im kräftigen Weinrot an „Michel aus Lönneberga“ erinnern. Auch eine Holzmühle liegt verschneit auf einem kleinen Hügel.
Nach meinem Spaziergang wärme ich mich im Hotel bei einer super leckeren Erbsensuppe auf. Dazu gibt es viele unterschiedliche Salate, die ebenfalls extrem Lecker sind! Da ich im Zug nicht so gut geschlafen habe, gönne ich mir einen Mittagsschlaf und anschließend geht’s zu weiteren aufheizen in die Sauna.