Skandinavien im Winter #10: Auf nach Finnland!

03. Februar 2020
Die Akkus sind geladen. Das Frühstück war lecker. Und Gottseidank gibt es in der Nähe einen Elektronik Laden in den ich mir neue Kopfhörer kaufen kann. Doch Kopfhörer sind ein wenig teurer als in Deutschland, aber nicht so viel wie ich befürchtete. Der Verkäufer hat auch gleich noch ein paar Tips für tolle Wanderungen in der Gegend von Abisko. Tja, aber da komme ich ja gerade erst her.
Bevor der Zug abfährt stöbere ich noch im Souvenirshop und Tourist Information von Gällivare. Der Mitarbeiter dort gibt mir bei unserer netten Unterhaltung einige Tips für die Lofoten im Sommer oder auch für Tromso und Trondheim. Mein Zug fährt natürlich nicht pünktlich ab, denn es wird noch auf den Bus aus Kiruna gewartet, der als Schienenersatzverkehr für den ausgefallenen Zug unterwegs ist. 30min verspätet geht es los. Es geht für Stunden durch schwedische Nadelwälder, die Puderzuckerartig mit einer weißen Schicht Schnee bedeckt sind. Es geht auf direkten Weg zur Ostsee nach Lulea. Auf fast direktem Weg, denn die schwedische Bahn enttäuscht mich nicht und zeigt mir auch dieses mal, dass nicht alles einwandfrei klappen muss. Am Bahnhof in Boden Central, den Bahnhof kenn ich schon von vor ein paar Tagen, müssen mal wieder alle Fahrgäste in einen anderen Zug umsteigen. Um später noch ein wenig durch Lulea zu schlendern fehlt mir dann leider die Zeit, denn nur 20min später startet mein Bus nach Hapalando an der schwedisch-finnischen Grenze. Langsam geht die Sonne unter und gegen 18Uhr erreiche ich die Grenze nach Finnland. Hier sehe ich auch meinen ersten schwedischen Ikea. Etwa 300m vor der Grenze zu Finnland. Am Busbahnhof Hapalando/Tornio muss ich in den nächsten Bus umsteigen und schon bin ich in Finnland. Hier kann ich von der Sprache noch weniger verstehen als in Schweden oder Dänemark. Aber dafür wird wieder in Euro bezahlt und ich muss nicht mehr umrechnen.
Keine Stunde später erreiche ich Kemi und kann zu Fuß zu meinem Hotel gehen. Als ich mein Hotel betrete denke ich „wo bin ich denn hier gelandet?“ In dem Hotel gibt es keine Rezeption und der Eingangsbereich sieht ein wenig heruntergekommen aus. Die breite Treppe, die mich in den dritten Stock führt ist sicherlich seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert worden. Ein brauner PVC Belag auf der Treppe und dazu riesige lila Vorhänge an den Fenstern. Mein Zimmer ist dafür ziemlich geräumig, sauber und moderner ausgestattet als der Rest des Hotels.
Zum Abendessen schlendere ich durch die dunkle Stadt. Es ist 20Uhr, denn in Finnland ist man der deutschen Zeit eine Stunde voraus. Die Straßen sind ziemlich verlassen. Erst in der Nähe eines Einkaufszentrums finde ich ein paar Burgerrestaurants. Lappland scheint eh überflutet zu sein mit Burger-Restaurants und Pizzerien.
Ich bin gespannt, wie die Stadt Kemi am morgen bei Tageslicht aussieht. Bisher habe ich eine Menge Betonbauten gesehen, die mich an sozialistische Architektur erinnern. Allerdings konnte ich auf einem Platz ein paar tolle Figuren aus Schnee finden. Ich bin gespannt.