Skandinavien im Winter #09: Mit Bus und Bahn durch den Winter

02. Februar 2020
Heute morgen gehe ich den Tag etwas ruhiger an. Erst einmal wird gefrühstückt und anschliessend checke ich die Fotos der letzten Nacht, als ich das Glück hatte die Polarlichter über mir zu sehen. Ein unvergessliches Erlebnis!
Beim Sichten der Fotos genieße ich noch einen leckeren starken Kaffee und ganz nebenbei habe ich eine tolle Aussicht auf den winterlich zugefrorenen See zwischen den verschneiten Bergen und Hügeln. Super!
Um 11.30Uhr kommt mich ein Taxi abholen um mich nach Kiruna zum Bus zu bringen. Das hat die schwedische Bahn für mich organisiert. Heute scheint sogar die Sonne mit einem strahlend blauen Himmel flach über den Horizont in das Winterwunderland um mich herum. Die Landschaft ist so wundervoll schön!
Die Straße führt durch ein langes Tal an einem ebenfalls ziemlich langen See entlang. Von einigen Bergen weht der Wind weiße Fahnen mit Schnee herab. Von weitem sieht das Schauspiel aus wie ein riesiger Wasserfall. Immer wieder kommen mir LKWs auf der verschneiten und vereisten Strasse entgegen. Auch die LKWs ziehen eine lange Fahne mit Schnee hinter sich her. In Kiruna setzt mich mein Taxifahrer am Busbahnhof ab. Leider merke ich erst zu spät, dass mein Bus nicht von hier abfährt, sondern vom Bahnhof etwa 2km entfernt. Na schön. Die Sonne scheint und ich habe noch etwas Zeit. Also mache ich mich mit meinem Gepäck auf den Fußweg zum Bahnhof. Um mich herum liegt eine tiefverschneite Bergbaustadt. Auf der einen Seite der Stadt ragt ein riesiger Berg mit Abraum aus dem Bergbau empor. Auf der anderen Seite kann man an einem alten Berg aus früherer Bergbauzeit Skifahren. Auch Skilifts führen auf den Berg. Ich spaziere durch die verschneite Stadt und schieße eine Menge Winterfotos bei strahlendem Sonnenschein. Das Licht ist prima, denn die Sonne steht gerade über dem Horizont. Mittags um 1Uhr. Ich komme auch an einer großen Rakete vorbei. Hier in der Nähe gibt es eine Basis der europäischen Weltraumbehörbe. Durch einen winterlichen Park spaziere ich in Richtung Bahnhof. Allerdings darf man nicht immer Google Maps vertrauen, vor allem wenn viele Wege meterhoch im Schnee versteckt sind. Ich muss einen großen Umweg gehen und erreiche gleichzeitig mit dem Bus die Haltestelle. Just in Time. Die Busfahrt nach Gällivare führt durch verschneite Wälder im schwedischen Lappland. Auf dem Hinweg vor ein paar Tagen war es ziemlich grau und es schneite. Heute strahlt immer wieder die tiefstehende Sonne durch die Nadelbäume.
In Gällivare spaziere ich direkt in das Hotel, indem ich vor ein paar Tagen bereits übernachtet hatte. Die schwedische Bahn hatte mir ja bereits ein Zimmer reserviert. Dachte ich. Dort ist keine Reservierung für mich vorhanden. Ich telefoniere mal wieder mit der schwedischen Bahn. Mittlerweile bin ich schon ziemlich genervt von dem Chaos bei der Bahn und das ich ständig meine Pläne ändern muss. Ich erkläre dem Servicemitarbeiter mehrmals mein Problem, aber erst meint er ich wäre in Narvik, obwohl ich diese norwegische Stadt gar nicht erreichen kann. Dann versucht meine Gegenseite mir ein neues Ticket für meine morgige Fahrt nach Lulea zu erstellen. Aber das passende Ticket habe ich ja bereits. Es dauert fast eine halbe Stunde bis endlich klar ist, dass ich im falschen Hotel bin. In der Mail, die ich vor ein paar Tagen bekommen hatte, steht kein Hotelname. Und ich bin nach dem Gespräch mit dem Mitarbeiter vor ein paar Tagen davon ausgegangen, dass es das gleiche Hotel sein würde, in dem ich bereits auf Kosten der schwedischen Bahn übernachtet habe. Also gehe ich 700m weiter zu einem anderen Hotel. Hier gibt es sogar einen Pool zur Sauna.
Leider bemerke ich erst jetzt dass ich meine Kopfhörer in Abisko vergessen habe. Verdammt! Ein Anruf dort bringt leider keine Erleichterung: Es wurden keine Kopfhörer abgegeben.
Am Abend alarmiert noch meine Polarlicht-App, dass es am meinem Standort in dem nächsten Minuten Polarlichter zu sehen gibt. Damit hätte ich gar nicht gerechnet. Also packe ich mein Fotozeug zusammenzubringen mache noch auf den Weg. Aber hier in Gällivare Art es scheinbar doch zu hell. Die Straßenbeleuchtung und die beleuchteten Häuser nehmen soviel Licht in die Dunkelheit, das ich nur ein paar Sterne erkennen kann. Also gibt es heute für mich doch keine Polarlichter.