06. Februar 2020
Ich werde heute morgen wieder mit einem leckeren Frühstück bewirtet. Gestärkt mache ich mich auf den Weg zum Riisitunturi Nationalpark. Die letzten Kilometer zum Parkeingang geht es auf tief verschneiten Straßen teilweise recht steil bergauf. Da komm ich mit meinem kleinen Yaris doch ab und zu ins Schlingern.
Der Parkeingang besteht nur aus einer Holzhütte durch die man geht. Und das Dach der Hütte ist mit fast einem Meter Schnee auf dem Dach. Auch die Bäume sind mit einer dicken Schneeschicht bedeckt. Der Weg führt durch hohe Tannen leicht bergauf. Die Tannen sind natürlich ebenfalls mit einer dicken Schneeschicht bedeckt. Und die Schneeschicht wird immer dicker umso höher ich komme. Das sieht nicht mehr nach einer dezenten Puderzuckerhaube aus, sondern nach einer üppigen Verhüllung in fest geschlagener Schlagsahne. Mittlerweile sind auch die Schilder und Wegweiser mit einer frostigen Schicht versiegelt. Umso höher ich den Berg erklimme, umso weniger ist von den Bäumen zu erkennen. Die Bäume sind in einer dicken Schneeschicht verhüllt, als ob sie gerade aus einem Schaumbad kommen. Oder als Träger für Zuckerwatte dienen. WOW! Was für ein Anblick! Die bizzaren Formen der „Schaumbäume“ oder „Sahnebäume“ zeigen Delphine oder Nadeln oder Teddybären. Als mich auf dem „Gipfel“ ankomme, der durch eine in „Schneesahne“ gehüllte Wegweiser und eine Bank besteht, suche ich vergebens nach den Wegweisern für den Rundweg. Ich kann die Pfeiler im hohen Schnee nicht finden. Und innerhalb von nur wenigen Minuten verzieht sich die Sonne und Wolken ziehen auf. Es beginnt immer mehr zu schneien. Ich nehme als Rückweg den gleichen Weg, wie bergauf und meine Fußspuren, die ich erst vor wenigen Minuten hier hinterlassen habe, sind bereits mit Schnee zugeweht worden. Durch ein dickes Schneegestöber wandere ich wieder zurück zum Parkplatz.
Da es noch nicht einmal Mittag ist, fahre ich noch in den Oulanka National Park im Norden. Dort gibt es den Hiiden Hurmos Wanderweg. Das Glück ist heute mit mir, denn es schneit nicht mehr als ich mich auf den Wanderweg mache. Sogar die Sonne schaut wieder ab und zu hervor. Der Weg führt zuerst durch einen Nadelwald an einem Fluss entlang um dann bergauf weiter in den Nadelwald abzubiegen. Nach etwa 2km stoße ich auf eine Rentier-Station. Allerdings ohne Rentiere. Hier stehen Gatter, mit denen die Rentiere getrennt werden können. Und gleich nebenan liegt in der winterlichen Stille ein gefrorener Bergsee. Durch die Stille des Winters führt der Weg weiter, bis ich wieder das Rauschen des Flusses hören kann. Und plötzlich stehe ich vor halb gefrorenen Stromschnellen. Eiszapfen an den Felsen. Gefrorenes wildes Wasser. Das Rauschen. WOW! Was für ein Highlight am Ende der 5km Runde. Direkt über diesem fantastischen Naturschauspiel führen ausgetretene Schneepfade über die Klippen und Felsen. Stalagmiten und Stalagtiten aus gefrorenem Wasser.
Zu einem Kaffee und einer heißen Suppe fahre ich anschliessend in den Ort Ruka. Hier gibt es 200Tage im Jahr Wintersport: Mehrere Skipisten und sogar eine Skischanze gibt es hier. Aber Skifahren ist so gar nicht mein Gebiet. Ich konzentriere mich lieber auf die leckere Suppe und den heißen Kaffee. Am Abend genieße ich dann wieder die wohlige Wärme der Sauna in meiner „Villa“.
Gegen 22 Uhr checke ich in der Polarlichter App wie die Chancen für heute aussehen. Und siehe da: in wenigen Minuten stehen die Chancen ziemlich gut. Also schnappe ich mir mein Fotozeug und raus auf den gefrorenen See. Und wenige Minuten später sehe ich auch schon die ersten Lichter. Ich laufe noch schnell zurück zur Villa und sage den anderen Bescheid, die gerade Karten spielen.
In hellen grünen Streifen ziehen die Polarlichter über die Wälder und über den See. WOW! Das ist wieder ein Spektakel! Über eine Stunde tanzen diese wunderbaren Lichter über uns an Himmel. Ab und zu wechselt sogar die Farbe ins Türkise. Andere Farben als grün sind schon eher selten.
03.12.2017 Liebes Tagebuch. Ich starte meinen Morgen mit einem Ausflug zur spanischen Moschee. Die spanische Moschee liegt auf einem Hügel etwas außerhalb […]