Skandinavien im Winter #03: … und der Kaffee ist lecker!

27. Januar 2020
Als ich das Hostel verlasse um meinen großen Rucksack zum Bahnhof zu bringen beginnt es leicht zu regnen. Der Morgen ist heute eher grau. Die Gepäckaufbewahrung kostet zwar im Bahnhof etwa 8€, aber im Hostel kostet es ebenfalls 8€. Da hab ich doch lieber schon mal mein Gepäck in Bahnhof und muss später nicht noch einmal zurück.
Eine halbe Stunde durch den leichten Regen entfernt liegt die Marmor Kirche. Diese Kirche ist der größte kirchliche Kuppelbau in Skandinavien. Diese Kirche ohne Turm liegt inmitten älter grauer Häuser. Der Anblick ist irgendwie komplett grau. Die Kirche ist grau. Die Häuser sind grau. Die Straße ist grau. Der Himmel ist grau. Und es gibt keinen Platz für Rasen oder einen Baum. Lediglich eine grüne Bank und drei Pflanzen auf einem Balkon bringen einen Farbtupfer in das Bild.
Die Kirche selbst ist im inneren recht dunkel. Am Altar leuchten einige Kerzen und insgesamt ist es ziemlich still. Europäische Kirchen halt. Dafür kann ich mich ein wenig aufwärmen und trocknen.
Nur einen Steinwurf entfernt liegt der Amalienborg Palast, indem die Königin mit ihrer Familie wohnt. Um 12 Uhr findet hier der traditionelle Wachwechsel statt. Auch bei diesem Schmuddelwetter haben sich hier etwa 150 oder 200 Touristen eingefunden um das Schauspiel zu beobachten. Eine Kindergartengruppe bekommt die besten Plätze in der ersten Reihe. Pünktlich um 12 Uhr kommt eine Militärblaskapelle um die Ecke gebogen, gefolgt von einer Gruppe Soldaten. Alle sind in alten Uniformen gekleidet. Nur die Waffen sind modern. Außer der Säbel. Die großen Bärenfellmützen sind bei diesem Wetter bestimmt kuschelig warm. Bei dem Einen oder Anderen Soldaten sitzt die Mütze so tief, dass man die Augen gar nicht mehr sehen kann.
Es ist Zeit für einen heißen Kaffee. Das kleine Kaffee ist fast leer, als ich platz nehme und etwa 30 min später ist kaum noch ein Stehplatz zu bekommen. Der Filterkaffee ist lecker.
Nach der Kaffeepause gehe ich zur königlichen dänischen Bibliothek. Dieses Gebäude ist auch als Black Diamant bekannt. Der moderne Klotz aus schwarzem Glas liegt direkt am Wasser und ist ein Design Kunstwerk. Das Innere des Gebäudes ist in zwei Hälften getrennt, die durch Brücken miteinander verbunden sind. Eine flache Rolltreppe ohne Stufen führt zwischen den Gebäudeteilen eine Etage höher. Die Lesesäle auf den Stockwerken sind offen gehalten und durch eine Glasfront kann man auf den großen Kanal schauen und auf das andere Ufer. Ich finde es ziemlich gelungen!
Gleich nebenan liegt in einem ebenfalls modernen Gebäude das DAC dänische Architektur Center. Da hier gerade Umbauarbeiten für eine Ausstellung stattfinden, kostet der Eintritt nur die Hälfte und es gibt im Café noch einen kostenlosen Kaffee dazu. Die Architektur in Kopenhagen gefällt mir ziemlich gut. Viele ist kunstvoll und gleichzeitig funktionell gebaut worden. In der Ausstellung im Center geht es leider nur um ein paar Möbel. Einige davon sind mehr kunstvoll als funktionell. Aber der Kaffee ist gut.
Heute ist wirklich ein regnerischer Tag und an einem Montag haben fast alle Museen geschlossen. Trotzdem hab ich aber interessante Ecken von Kopenhagen entdecken können.
Dann geht es zum Bahnhof. Ich besorge mir im Supermarkt noch schnell mein Abendessen und hole meinen großen Rucksack ab. Dann ab zum Gleis, denn der Zug steht bereits bereit. Abfahrt 18.20Uhr. Nein, 18.25Uhr. Oder doch erst 18.30Uhr? Irgendwann springt die Anzeige auf 18:45Uhr um und im 5 Minutentakt steigert sich die Verspätungsanzeige um weiter 5 Minuten. Los geht’s dann endlich um 19:38Uhr mit einem anderen Zug von einem anderen Gleis. Auf nach Stockholm, der Hauptstadt von Schweden. Und gegen 1Uhr morgens liege ich dann auch totmüde in meinem Hostelbett in Stockholm