Abenteuer China: Mit dem Schnellzug in die Altstadt von Pingyao 平遥

Unsere Schulklasse

03.05.2015
Weil wir ja gestern bis 5.30Uhr ausschlafen konnten, so können wir ja heute wieder etwas früher aufstehen: der Wecker klingelt uns um 4.30 aus unseren Betten. Wir hatten uns bereits am Vorabend an der Rezeption verständigt, dass wir um 5.00Uhr auschecken werden um zum Bahnhof zu gelangen. Die kleine Chinesin an der Rezeption konnte allerdings kein Englisch und so haben wir uns mithilfe ihres Computers verständigt: Wir haben unsere Frage in Englisch auf einer Webseite eingegeben und in chinesische Schriftzeichen übersetzen lassen. Sie hat dann wiederum chinesische Schriftzeichen mit Hilfe einer Art Lautsprache „Pingyin“ eingegeben, die wiederum ins Englische übersetzt wurden.

Pünktlich um kurz nach 5.00uhr morgens stehen wir also auf der Straße und winken uns ein Taxi herbei. Schnell haben wir dem Fahrer auch mithilfe unserer Bahntickets erklärt, dass wir zum Bahnhof wollen. Er fährt allerdings in eine andere Richtung und wir zeigen ihm auf unserer Karte, dass wir zur Railway-Station möchten und ein paar Minuten später stehen wir am Bahnhof. Läuft 🙂

Um in das Innere des Bahnhofs zu gelangen müssen wir durch eine Sicherheitsschleuse, bei der auch unsere Tickets kontrolliert werden. Und wir kommen nicht hinein. Die Kontrolleurin zeigt immer wieder Richtung U-Bahn-Eingang. Was ist denn nun los? Ist das ein anderer Eingang? Aber einen Moment später ist auch Jemand da, der ein paar Wörter Englisch spricht. Er erklärt uns, dass wir zu einem anderen Bahnhof in Beijing müssen. UPS! Gut dass wir ein bisschen mehr Zeit eingeplant haben. Ein Blick auf den U-Bahn-Plan zeigt allerdings, dass wir 3x umsteigen müssen um zum anderen Bahnhof zu gelangen, also nehmen wir lieber ein Taxi. Am Taxi-Stand verlangt allerdings jeder Taxi-Fahrer 100Yuan von uns und will nicht mit eingeschaltetem Taxometer fahren. Tja…. Böse Falle. Da müssen wir wohl durch und die 100Yuan bezahlen (100,-Yuan sind ca 14,-€). Als wir dann nach ca 15 Minuten am anderen Bahnhof angekommen sind. wollen wir uns noch die Nummer des Taxifahrers aufschreiben, der uns hier abzocken will. Als er es bemerkt hält er schnell mit vereinten Kräften sein „Nummernschild“ zu und versteckt es vor uns. Er hat Angst dass wir Ihn melden und er dadurch seinen Job verliert. Wir wollen ihn allerdings nicht melden, sondern nur zeigen, dass es nicht korrekt ist, was er da macht. Und der Fahrer ist so durcheinander vom gerade geschehenen, dass er anschliessend mit geöffneter Kofferraumklappe davonfährt.

Unsere Fahrt startet dann aber pünktlich um 7.35Uhr in Richtung Pingyao. Wir fahren 1. Klasse und haben somit automatisch Sitzplätze reserviert. Es ist eine sehr angenehme Fahrt. Am Morgen ist es sehr neblig, aber wir können in den größeren Städten viele Hochhäuser sehen. Und weitere werden gerade gebaut. Die Wohnblocks sehen allerdings recht wohnlich aus und nicht nach den kalten Plattenbauten, wie wir diese aus dem Ost-Teil Deutschlands kennen.

Es ziehen verschiedene Landschaften an uns vorbei. Wir sehen Felder, Wälder, Gebirge und fahren durch Industrie und Tagebauminen.

An einer Station steigt eine ganze Schulklasse in unseren Wagen ein. Ziemlich schnell sind die ersten Hürden genommen, denn die Kids lernen in der Schule auch Englisch. Und mittels einer Übersetzungs-App auf dem IPhone können wir auch direkt chinesisch ins Deutsche übersetzen. Das hört sich zwar manchmal etwas merkwürdig an, aber der Inhalt der Sätze kommt gut rüber.

Es kommen immer mehr der Kids zu uns und wir machen gemeinsam Fotos. Auch die Lehrer wollen mit auf’s Bild. Wir haben eine Menge Spaß zusammen und bevor die Schulklasse aussteigt müssen wir noch jedem eine Unterschrift geben. Wir sind Stars! 🙂

Als Wir in PingYao ankommen, stehen wir erst einmal im Nichts. Um den Bahnhof herum sind nichts weiter als Felder. Und in der Ferne ist eine Stadt zu erkennen. Hier wird sehr vorausschauend geplant.

Unsere Zimmer liegen in einem wundervollen kleinen Hotel direkt am Innenhof der mit einem Meer aus roten Lampions überdacht ist. Wir trinken erst einmal eine Kanne Tee und brechen dann auf zur Erkundung der Stadt. PingYao’s Altstadt ist von einer hohen Stadtmauer eingerahmt und besteht aus vielen kleinen Gässchen mit unzähligen kleinen Shops für Souvenirs und kleine Leckereien. Es gibt aber auch verschiedene Tempel in der Stadt.

Auch hier sind nur sehr wenige westliche Touristen zu entdecken und so werden wir auch dieses mal wieder zu einem weiteren Fotomotiv. Wenn die Chinesen alle unsere Bilder auf ihrem eigenen Facebook posten und die Gesichtserkennung funktioniert, dann werden wir wahrscheinlich schon millionenfach geteilt 🙂

Am >Abend genießen wir unseren ersten „Hot-Pot“. Das ist eine Art Fondue auf chinesisch und ziemlich Lecker.